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Olympia-Bewerbung : Kreistag ist Feuer und Flamme

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In seltener Eintracht haben die Kreistagsabgeordneten von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und KWGP beschlossen, die Bewerbung Hamburgs als Ausrichter der Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 beziehungsweise 2028 zu unterstützen. „Lasst die Spiele beginnen“, sagte Kerstin Seyfert, die den gemeinsamen Antrag vorstellte. „Der olympische Geist ist in den Kreistag eingezogen – möge er bleiben“, ergänzte die Christdemokratin.

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2015 | 19:35 Uhr

SPD-Sprecher Werner Harms bekannte: „Wir unterstützen den Antrag, aber Feuer und Flamme bin ich noch nicht.“ Er schob seine verhaltene Freude auf seine zurückhaltende norddeutsche Persönlichkeit.

Mit einer kleinen Showeinlage drückte der fraktionslose Burghard Schallhorn seine Begeisterung aus. Der Vorsitzende der Kreiswählergemeinschaft Pinneberg (KWGP) brachte sein Rennrad von 1957, mit dem er als Leistungsrennradfahrer gern an der Olympiade 1960 in Rom teilgenommen hätte, mit in den Sitzungssaal des Pinneberger Rathauses. Ein selbstgeschriebener, am Rad angebrachter Zettel mit der Aufschrift „Wir sind für Olympia 2024 in Hamburg“ ließ keine Zweifel an seiner Haltung.

Burkhard Strathmann von den Grünen lobte die Zusammenarbeit der Fraktionen im Ausschuss für Schule, Sport und Kultur, der die Beschlussvorlage erarbeitet hatte. „Wir haben vernünftig miteinander gesprochen. Das Vorgehen war transparent“, sagte er zufrieden. Er kündigte an, dass er und seine Parteifreunde ein besonderes Augenmerk auf die Nachhaltigkeit anstehenden Bauprojekte legen werden. Mit seiner Zustimmung sichere der Pinneberger Kreistag dem Nachbarn Hamburg seine Unterstützung zu – ebenso wie das Land Schleswig-Holstein, das Land Niedersachsen und weitere angrenzende Kreise.

Das „Ja zu Olympia“ drückte für die FDP Fraktionsvorsitzender Klaus G. Bremer aus. Die einzige kritische Äußerung stammte von Klaus-Dieter Brügmann. Für die gemeinsame Fraktion der Linken/Die Piraten sagte er: „Fest steht, dass der Kreis Pinneberg in den Vorstellungen Hamburgs nicht vorkommt.“ Bisher gebe es keine seriöse Kostenschätzung. Es sei nicht abschätzbar, welche Kosten durch eine erfolgreiche Bewerbung Hamburgs im Bereich der Verkehrsinfrastruktur auf den Kreis zukommen würden. Er stimmte als einziger Abgeordneter gegen den gemeinsamen Antrag der übrigen Fraktionen. Fraktionskollege Sven Lange enthielt sich.

In der Begründung des Antrags heißt es: „Bei einem Zuschlag für die Stadt Hamburg sieht der Kreistag erhebliche Chancen für die Entwicklung im Kreis Pinneberg. Es bestehen Chancen für den Sport und Möglichkeiten zu Investitionsprogrammen für unsere Infrastruktur und zur Stärkung unserer regionalen Wirtschaft auf der Basis einer nachhaltigen und umweltschonenden Planung.“ Der Kreistag begrüße den hohen Stellenwert der Bürgerbeteiligung, der dem Bewerbungsprozess von Beginn an beigemessen werde und erhoffe sich hiervon Olympische und Paralympische Spiele, die von breiter Unterstützung aus der Bevölkerung getragen werde.

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