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Bilderübergabe : Kreishaus erfährt Verschönerung von innen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Fachbereichsleiter vom Bürgerservice Recht und Bauen, Andreas Köhler, freute sich besonders über die Übergabe der Bilderserie. Denn die Flure im dritten Stock der Kreisverwaltung waren bisher weiß und kahl. Das wird sich nun ändern, denn gestern übergaben Schüler der Raboisenschule Elmshorn einen Großteil der insgesamt 15 selbst gemalten Bilder an den Fachbereich Recht und Bauen.

Kunstlehrer Wolfgang Hipp sah sich durch ein Gedicht von James Krüss inspiriert, in dem unter anderem „Giraffen Affen fangen“, „Möpse Schnäpse trinken“ und „Ochsen boxen gehen“. Aber trotz Krüss’ Hinweis, am Ende seines Gedichts, dass zwar ein solches entstanden, es aber sinnvoll nicht sei, war es ein äußerst sinnvoller Gedanke, die im Gedicht vorkommenden Bilder aufzugreifen und die Schüler ihre eigene Interpretation malen zu lassen.

So erscheint im Tal ein Wal, der dann unschwer als Pottwal zu erkennen ist. Kurz in Gedanken versunken überlegt der Betrachter, wie wohl ein Wal in einem Tal auftauchen könnte, noch dazu schwebend, erinnert sich aber sofort wieder daran, dass selbst der Verfasser des den Bildern zugrundeliegenden Gedichts darin keinen Sinn erkennen konnte. Schon eher vorstellen kann man sich da Igel, die vor dem Spiegel stehen. Das erscheint im weitesten Sinne möglich, wenngleich die Igel auf dem Bild auf den Hinterbeinen stehen. Bären, die vor Föhren winken, sind dagegen etwas sehr Sympathisches, auch wenn Krüss offenlässt, wem sie winken.

Vielleicht den an Stangen „hangenden“ Schlangen, die vielleicht freundlicherweise darauf warten, bis das Mäuslein das Läuslein zuende gewiegt hat, bevor es verspeist wird. Und ob der Biber sein Fieber durch den Verzehr von Wecken bekommen hat, in denen Schnecken steckten, bleibt ebenfalls offen.

Da hilft es auch nichts, dass die Meise leise weint und die Schafe, wie aus Protest, im Schlafe blöken. Und auch die Ochsen gehen völlig unbeeindruckt zum Boxen, während die Möpse auf all das einfach mehrere Schnäpse trinken. Die Herstellung der Kunstwerke allerdings ist wiederum eine ernste Sache, und beinhaltet eine Besonderheit: Die Bilder sind nicht einfach nur gemalt, sondern bestehen aus mehreren Schichten. Dabei wurden die Motive durchgepaust und aus Holz ausgesägt. Diese Holzausschnitte wurden dann lackiert und auf das eigentliche Bild aufgebracht.

Das Ergebnis ist beeindruckend und der (laienhafte) Betrachter möchte die Bilder spontan der klassischen Moderne zuordnen, auch wenn diese Epoche kunsthistorisch Mitte des letzten Jahrhunderts endete. Dennoch wirken die Bilder trotz oder gerade wegen ihrer Einfachheit irgendwie avantgardistisch und erinnern an eine Mischung aus Kandinsky, Picasso und Mondrian ohne rechten Winkel.

Wer also demnächst im Flur des dritten Stocks im Kreishaus in Elmshorn auf seine Baugenehmigung wartet, hat einen lohnenden Zeitvertreib. Die vorherige Lektüre des Gedichts wird empfohlen.

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erstellt am 21.Jun.2012 | 22:06 Uhr

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