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Klosterkirche in Uetersen : Kosten in Millionenhöhe: An der Orgel ist Schimmel

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ungeahnte Schwierigkeiten bei den Restaurierungsarbeiten. Salzausblühungen am Mauerwerk. Kosten in Millionenhöhe.

shz.de von
erstellt am 24.Jun.2016 | 12:15 Uhr

Uetersen | Die Klosterkirche ist ein denkmalgeschützter Backsteinbau von besonderem Rang. Das sakrale Gotteshaus von 1748/49 ist somit unbedingt zu erhalten. Kirchengemeinde, Kirchenkreis und sogar die oberste Ebene, die Nordkirche, sind seit vielen Jahren dabei, das 270 Jahre alte Gebäude Abschnitt für Abschnitt zu restaurieren. Vor vier Jahren wurde damit begonnen, die Innenrestaurierung in Angriff zu nehmen. Begleitender Architekt dabei ist Klaus Roloff (me di um Architekten Hamburg).

Beratend zur Seite steht der Kichengemeinde „Am Kloster“ Robert Masou, Architekt des Kirchenkreises. Er übt quasi auch die Bauaufsicht über das Vorhaben aus, das 2012 mit „Innenrestaurierung“ überschrieben wurde. Doch so schnell kann diese, welche Kosten in Höhe von mehreren Millionen Euro nach sich zieht, nicht realisiert werden. Ärger machen den am Bau Beteiligten Schimmel, Feuchtigkeit und auch ausblühende Salze im Bereich des Turmes aber auch der Logen.

Bis auf kleinere, in Auftrag gegebene und bereits ausgeführte Malerarbeiten im Bereich des Dachreiters und des Turms können die Restaurierungsarbeiten erst nach einer genaueren Analyse des Schadbildes und der Ursachen beginnen. Und diese Arbeiten erfordern höchste Aufmerksamkeit, geht es doch auch um den Erhalt der alten Busch-Orgel, die bereits im vergangenen Jahr Schimmel aufwies und von diesem befreit werden musste.

Starke Salz-Ausblühungen betreffen auch die Innenwände.
Starke Salz-Ausblühungen betreffen auch die Innenwände. Foto: pl

Verantwortlich sein könnte die hohe Luftfeuchtigkeit im Sommer, daher, so Dr. Friedemann Albers vom Kirchengemeinderat, sei es unbedingt erforderlich, die Türen während der Sommermonate geschlossen zu halten. Es sei nichts schlimmer als feuchte, warme Luft. Robert Masou bringt daneben das Beheizen der Orgel ins Spiel. Trockene Heizungsluft vermeide den Schimmel. Die ganze Kirche mit Luftentfeuchtern zu bestücken, ist aufgrund der Raumgröße schlicht undenkbar. Architekt Masou: „Das Beste wäre es, täglich zwischen 2 und 5 Uhr morgens zu lüften.“ Dieser Vorschlag sei seitens der Gemeinde aber auf wenig Gegenliebe gestoßen. Insofern werde jetzt auch darüber nachgedacht, bestimmte Bereiche der Kirche vor Schimmel zu schützen.

Der Schimmel ist das eine Problem, die Salz-Ausblühungen das andere. Dieses Phänomen ist innen und außen am Mauerwerk sichtbar. Steigt Wasser auf und durchfeuchtet so das Mauerwerk? Ist das Grundwasser schuld oder sind es defekte Regenwasserleitungen, die in Richtung Burggraben entwässern? Mithilfe von zwei Sonden soll aufsteigendes Grundwasser nachgewiesen oder, sofern es nicht festgestellt wird, als Ursache ausgeschlossen werden. Die Kirchengemeinde hat bei diesen Arbeiten mit Vandalismus zu kämpfen. Der Container einer Sonde wurde bereits von Unbekannten umgetreten. Diese Tat könnte nun das Messergebnis verfälschen. Denn die Daten müssen über mehrere Wochen hinweg verlässlich gezeichnet werden. Mithilfe von Betonringen sollen die Sonden jetzt vor der Zerstörungswut geschützt werden.

Erst, wenn die Daten vorliegen, können Maßnahmen zur Schadensbeseitigung erörtert werden. Horizontalsperre oder Opferputz (Reparaturmörtel)? Alles ist denkbar, es sei jedoch zu früh, so Robert Masou, diesbezüglich heute konkrete Aussagen zu machen. Im Übrigen müsse alles mit dem Denkmalschutz vereinbar sein, wissen auch Erhard Vogt vom Kirchengemeinerat und Pastorin Kirsten Ruwoldt. Sofern es neue Erkenntnisse gebe, würden diese mitgeteilt.

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