Natura2000 : Kooperation mit Naturschutz

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Sportler und Naturschützer haben nicht unbedingt dieselben Interessen. Mit Sorge betrachteten 1992 viele Vereine den Beschluss der EU-Staaten, ein europaweites Netz von Schutzgebieten unter dem Namen NATURA2000 auszuweisen. „Wir hatten die Befürchtung: Dann wird alles verboten“, berichtete Wolfgang Beer, Vizepräsident des Landessportverbands (LSV) Schleswig-Holstein, in Wedel.

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21. Mai 2015, 17:25 Uhr

Beharrlich setzte er sich für einen Kompromiss ein, der seit wenigen Tagen erstmals auch im Kreis Pinneberg sichtbar zum Ausdruck kommt. Auf dem Catharinenhof an der Pinneberger Straße, dem Sitz des Reit- und Fahrvereins Wedel, ließ der LSV eine Informationstafel mit dem Titel „Naturschutz und Sport“ errichten. Der LSV sowie das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) bitten Passanten um Rücksicht auf die Natur in den benachbarten Holmer Sandbergen und im Buttermoor. Beide Schutzgebiete gehören dem NATURA2000-Verbund an.

Die Tafel beschreibt die Entstehung der Dünen und Moore. Sie schildert den Reiz eines Ausrittes durch die abwechslungsreiche Landschaft. Drittens berichtet sie von den sogenannten „Freiwilligen Vereinbarungen“, mit denen das Umweltministerium den LSV vertraglich in die Pflicht nimmt. Nicht enthalten sind allerdings Hinweise, wie ein umweltfreundliches Verhalten konkret aussehen könnte und was Sportler vermeiden sollten. Der abgebildete rundblättrige Sonnentau darf zum Beispiel nicht gepflückt werden.

Passanten können sich den Inhalt der Tafel als Flyer aus einer Box mitnehmen. Zudem ist ein QR-Code abgebildet, mit denen Handy-Nutzer weitere Infos aus dem Internet abrufen können. 2008 schloss der LSV mit dem Ministerium „Freiwillige Vereinbarungen“ für 350 NATURA2000-Gebiete ab. In 250 davon wird Sport getrieben. Auf dem Schild heißt es, dass die Vereine ihre Mitglieder zwar im sorgsamen Umgang mit der Umwelt schulen. Viele Menschen treiben aber auf eigene Faust Sport in Naturschutzgebieten.

„Wir haben dem Land zugesagt: Wir werden Informationsstrukturen schaffen für Sportler, die nicht in Vereinen organisiert sind“, so Sven Reitmeier vom LSV. Seit 2011 stellte der Verband landesweit elf Schilder für den Wasser-, eines für den Luft- und zwei für den Pferdesport auf. Ein drittes für die Reiter soll bald folgen.

Einen Überblick gibt die Website webgis.lsv-sh.de. Die Wassersporttafeln wurden auch als Buch veröffentlicht. Der Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein finanzierte das Projekt mit 75000 Euro. Das Planungsbüro Mordhorst erstellte die Tafel in demselben Design wie etwa 20 weitere Schilder in den zehn Naturschutzgebieten des Kreises Pinneberg.

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