Konzertgenuss in der Erlöserkirche

Sabine Mennerich (links) und Veronika Schwarcke gaben in der Erlöserkirche ein Konzert.
Sabine Mennerich (links) und Veronika Schwarcke gaben in der Erlöserkirche ein Konzert.

Veronika Schwarcke und Sabine Mennerich lassen 2018 musikalisch beginnen

shz.de von
11. Januar 2018, 16:05 Uhr

Zum Jahresauftakt gibt es in der Erlöserkirche ein Ritual, das viele Menschen nicht missen mögen: das nachweihnachtliche Neujahrskonzert mit Veronika Schwarcke (früher Haker) und Sabine Mennerich. Die beiden Frauen haben zu dieser Nachbetrachtung mit gleichzeitigem Kick-off für ein erfolgreiches Jahr 2018 jetzt in das Gotteshaus an der Erlöserkirche eingeladen. Lieder und Gedichte wechselten sich dabei ab.

Viele Menschen warten nach wie vor auf den Winter. Die eher milden Temperaturen und das regnerische Wetter der vergangenen Tage und Wochen ließen das Gefühl der Winterzeit noch nicht so recht zu. Die musikalische Nachbetrachtung und die Vorausschau sorgten nun dafür, dass bei den Konzertbesuchern zumindest für 90 Minuten die Jahreszeit mit ihren erfrischenden Momenten deutlich spürbar wurde.

Mit einem festlichen „Machet die Tore weit“ von Christian Ludwig Boxberg eröffnete das Duo die Veranstaltung und unmittelbar im Anschluss folgte das berühmte Gedicht „Knecht Ruprecht“ von Theodor Storm, welches in vielen Häusern noch heute zitiert und vorgetragen wird. Nach einer Solo-Einlage von Mennerich an der Orgel, in der sie die Sonate A-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy interpretierte, hörte man den einen oder anderen Besucher des Konzerts zur Melodie von „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ leise mitsummen. Das Stück geht sowohl textlich als auch musikalisch auf Martin Luther zurück. In drei aufeinanderfolgenden Stücken entführten Schwarcke und Mennerich das Publikum weiter in musikalisch überaus anmutende Klangwelten.

Dem Liedvortrag „Ihr Hirten erwacht“ folgte „Hört der Engel helle Lieder“ („Les Anges dans nos campagnes“). Der musikalische Block wurde durch das ursprünglich aus England stammende Weihnachtslied „Singet fröhlich alle Zeit“ („Ding dong merrily on high“) abgerundet.


Ausschnitt aus dem Weihnachtsoratorium

Eine weitere festliche Nuance brachte das Orgel-Stück „Fanfare“ von Nicolas Jacques Lemmens in das musikalische Geschehen. Anschließend präsentierten die Künstlerinnen den Ausschnitt „Expectans“ aus dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns. Der Choral „In a dream late as I lay“ war das jüngste Stück, das an dem Konzertabend vorgetragen wurde. Das Lied, welches von Jan Wilke ursprünglich für einen Männerchor in Begleitung eines Klaviers oder einer Harfe komponiert wurde, fängt eine eher melancholische Stimmung ein. Die beiden Musikerinnen haben mit ihrer Interpretation des Stücks viel Feingefühl bewiesen. Nach dem relativ jungen Stück wurden dann noch zwei große Meister bemüht, so waren von Johann Sebastian Bach „Air“ sowie „Bereite dich, Zion“ aus dem Weihnachtsoratorium zu vernehmen und auch das „Largo“ von Georg Friedrich Händel erfüllte die Erlöserkirche mit vollem Klang.

Gegen Ende des Konzerts las Schwarcke noch die humorige Geschichte „Der Christmensch“ vor, in der sich ein Weihnachtsbaum einen bunt geschmückten Menschen wünscht. Mit den Winter-Klassikern „Winterwonderland“ von Felix Bernhard und „White Christmas“ von Irving Berlin fanden Schwarcke und Mennerich einen gelungenen Abschluss der Veranstaltung.

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