Windpark Uetersen : Kontroverse über Kreisvotum

Unterschiedlich fallen die Kommentare aus den beiden Nachbardörfern Uetersens zur jüngsten Entwicklung in Sachen Windpark aus.

shz.de von
12. Januar 2012, 20:38 Uhr

Der Kreis hat sich in einer Stellungnahme an das Kieler Innenministerium gegen die Erweiterungspläne ausgesprochen. Von Zustimmung bis zu gelassen abwartend reichen die Reaktionen.

„Die Gemeinde ist gegen die Erweiterung“, stellt die Groß Nordender Bürgermeisterin Ute Ehmke (Gemeinschaft unabhängiger Bürger, GuB) klar. Deswegen sieht sie die Stellungnahme positiv. Zusätzliche oder größere Windräder wären ein weiterer Eingriff in die Natur, die die Menschen belasteten, so die Bürgermeisterin. In Groß Nordende war man bereits bei den Planungen des Windparks im Jahr 2000 gegen das Projekt. Die Bauausschusssitzung im November des vergangenen Jahres hatten dann Bürger aufgemischt, die teilweise schon vor gut zehn Jahren gegen den Windpark protestiert hatten.

Als Reaktion auf den Bürgerprotest wurde in einem Brief an Kiel eine Verfahrensbeteiligung bei dem Vorhaben der Rosenstadt eingefordert. Die muss den Groß Nordendern aber sowieso gewährt werden. Während der jüngsten Gemeindevertretersitzung war dann nur kurz über das Thema gesprochen und nicht abgestimmt worden.

Einen Spagat muss Bärbel Thiemann vollführen. Als Neuendeicher Bürgermeisterin vertritt sie den Beschluss der Gemeindevertretung, die zwei Flächen für Windkraft ausweisen will. Eine grenzt an den Windpark Uetersen, die zweite liegt zwischen Schadendorf und Schlickburg. Gegen die hatte Bärberl Thiemann aber während der jüngsten Gemeindevertretersitzung vehement argumentiert.

Die Christdemokratin verweist darauf, dass die Stellungnahme des Kreises auf Recht und Gesetz fußt. „Wir werden sehen, wie Kiel entscheidet“, sagt sie, denn die Landesplanung könnte die Einwände des Kreises verwerfen.

Etwas Positives sieht der SPD-Fraktionsvorsitzende Reinhard Pliquet in der Kreisposition. „Wir haben uns dafür eingesetzt, dass ein Abstand von 800 Metern zur Bebauung im Rosengarten eingehalten wird“, erklärt er. Dies findet in der Kreisstellungnahme seinen Niederschlag, wenn auch aus denkmalschützerischer Sicht argumentiert wird. Pliquet, der zu den Windkraft-Befürwortern in der Gemeindevertretung zählt, hofft, dass die Uetersener Anlage wenigstens teilweise erweitert werden kann. Denn eine kleine, auf Neuendeicher Gemeindegebiet liegende Fläche, könnte an den Uetersener Park angegliedert werden. „Vielleicht wird dort noch ein Windrad gebaut“, hofft der Genosse.

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