Streit : Konfrontation statt Fusion?

Damit hatten die Tonrescher Politiker und Bürgermeister Roland Krügel offenbar nicht gerechnet. Die Uetersener Politiker von SPD, FDP und BfB blockieren ein Tornescher Vorhaben und das in einer Phase, in der eigentlich die Signale auf ein Miteinander gestellt sein sollten. Denn immerhin kommen Vertreter von Politik und Verwaltung beider Kommunen in regelmäßigen Abständen in einem gemeinsamen Arbeitskreis „Fusion“ zusammen und soll in der nächsten Sitzung eine Entscheidung über die Erteilung eines Auftrages für ein Fusions-Gutachten fallen.

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31. Januar 2012, 21:14 Uhr

„Was will Uetersen? Lohnt es eigentlich noch, Geld für ein Fusionsgutachten auszugeben?, fragt sich der Bürgermeister. Er erwartet, dass die Uetersener Politik die Ablehnung der 14. Änderung des Flächennutzungsplanes noch einmal überdenkt. „Das Ganze ist doch kein Spiel. Da will ein Unternehmen am Großen Moorweg erweitern und sollen ein paar Wohneinheiten entstehen. Damit wird die L110 doch nicht mehr belastet. Außerdem haben wir zu allen unseren neuen Bebauungsplänen Aussagen zum Verkehrsaufkommen gemacht. Ich verstehe nicht, warum das Uetersen nicht reicht“, so der Bürgermeister. Uetersen hatte in seiner Stellungnahme zur 14. F-Planänderung im September 2011 darauf hingewiesen, dass „ ... die verkehrstechnischen Belange eine wichtige Rolle spielen und dass im Rahmen der Bauleitplanung die Auswirkung auf die gesamte Verkehrssituation zu untersuchen ist.“

Der Tornescher Abwägungsvorschlag, dass im Rahmen der Prognoseerstellung das zusätzliche Verkehrsaufkommen auch für das Wohngebiet „Tornesch Am See“ und die Sportanlage am Großen Moorweg berücksichtigt worden sind, reichte Uetersen nicht. „Ich hätte erwartet, dass, wenn es Probleme gibt, dies im Rahmen des Anhörungsverfahrens signalisiert wird. Das ist doch kein Umgang miteinander. In den 26 Jahren meiner Amtszeit haben wir uns nie gegenseitig behindert“, so Krügel.

Auch die schnelle Umsetzung des Neubaugebietes „Tornesch Am See“ ist in Gefahr, wenn Uetersen weiter darauf besteht, dass Tornesch zuvor einen Verkehrsentwicklungsplan erstellt, um die Verkehrsströme und deren Auswirkungen beurteilen zu können. „Dann machen wir die Bereiche der B-Pläne halt so klein, dass wir keine Zustimmung von Uetersen mehr brauchen“, so der Bürgermeister verärgert. Er hofft, dass seine Tornescher Politiker die Politiker in Uetersen zum Umdenken bewegen können.

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