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Uetersener Nachrichten

16. Dezember 2017 | 23:45 Uhr

Podiumsdiskussion : Kompakt, kurzweilig, kernig

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ein unerwartet großes Interesse an dem Thema Fusion herrscht in Uetersen. Für eine Podiumsdiskussion am Dienstag in der Mensa ließ die Stadt 200 Stühle stellen. Tatsächlich hörten sich rund 400 Besucher Argumente für und wider einen Zusammenschluss von Tornesch und Uetersen an. Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD) schätzte, dass immerhin 80 Zuhörer aus der Nachbarstadt angereist waren.

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2013 | 19:56 Uhr

Kompakt aber kurzweilig wurden die Gäste zwei Stunden lang in drei Blöcken über das heikle Thema informiert. Angela Köllner von dem Beratungsunternehmen Rambøll aus Hamburg stellte das Fusionsgutachten vor. Jens Werner, Personalleiter im Uetersener Rathaus, erläuterte die Bedeutung des Bürgerentscheids zu dem Thema am Sonntag, 22. September, dem Tag der Bundestagswahl.

Während des Hauptteils des Abends diskutierte der R.SH-Moderator Carsten Kock mit den Vorsitzenden von sechs Fraktionen aus Uetersen und Tornesch über die Vor- und Nachteile eines Städtezusammenschlusses. Als Vertreter der Wirtschaft kam Sven Wieczorek zu Wort. Der Geschäftsführer der Firma Witte Pumps, die zurzeit von Uetersen nach Tornesch umzieht, sprach sich klar für die Fusion aus. Viele Besucher beteiligten sich an der Diskussion.

Am drastischten brachte die Tornescher SPD ihre Ablehnung eines Städtezusammenschlusses zum Ausdruck: Sie blieb der Veranstaltung fern. Aber auch die Uetersener Genossen äußerten ihre Skepsis, nicht zuletzt die Uetersener Bürgermeisterin Hansen: „Ich schließe mich der Meinung der SPD-Fraktion an: gegen die Fusion. Es ist viel zu früh, es ist noch keine Liebe da, es geht im Moment nur um wirtschaftliche Interessen“, sagte sie. Es fehle die Frage: „Was wollen wir gemeinsam machen?“ Hansen betonte, dass sie sich in einem Zwiespalt befinde, da sie die Beschlüsse der Ratsversammlung umzusetzen habe – und die hatte mehrheitlich pro Fusion gestimmt. Ingo Struve, Chef der Uetersener SPD-Fraktion, befürchtet einen Verlust der Uetersener Identität.

Alle anderen Podiumsgäste sprachen sich aber für die Bildung einer gemeinsamen Stadt aus. Bernd Möbius von den Grünen in der Rosenstadt sagte, dass Uetersen seine Grenzen erreicht habe. Klaus Seidler von den Bürgern für Bürger (BfB) und Andreas Stief, Chef der CDU/FDP-Fraktion in Uetersen, rechnen mit langfristig weitaus höheren Renditen als im Gutachten veranschlagt. Gunnar Werner von der Tornescher FDP hält den Schritt für notwendig, damit die Verwaltung effektiver arbeiten kann. Der Tornescher CDU-Vertreter Joachim Reetz verbrachte seine Kindheit auf der Grenze zwischen den Städten und kann sich mit beiden identifizieren. Sein Bürgermeister Roland Krügel erinnerte an seinen 20-jährigen Kampf für die Fusion.

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