Komödie zeigt Fehde am Gartenzaun

Da hat sie den Salat: Klatschweib Edelgard von Söötbach, gespielt von Frauke Karstens (links), hat von Susanne Vedderns (Anja Jansen) geheimer Beziehung erfahren.
Da hat sie den Salat: Klatschweib Edelgard von Söötbach, gespielt von Frauke Karstens (links), hat von Susanne Vedderns (Anja Jansen) geheimer Beziehung erfahren.

„Theoter op Platt“ begeistert mit Lustspiel

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28. Februar 2018, 16:05 Uhr

Nach einer Durststrecke freuen sich Plattdeutsch-Fans der Region, dass das „Theoter op Platt“ wieder mit einer frischen Inszenierung auf der Bühne steht. Die Premiere von „Spektakel bi Chrischan“ im Heidgrabener Gemeindezentrum war ein voller Erfolg, rund 150 Zuschauer verfolgten den humoristischen Nachbarschaftsstreit rund um Christians zerbrochenen Gartenzwerg. Bis kommenden Sonntag gibt es noch weitere Aufführungen.

Die Nachbarn Christian Veddern, gespielt von Olli Wittenburg, und Inge Sagebiel (Daniela Lübcke) eint höchstens, dass sie höchst eigenwillig sind. „Chrischan“, der nach eigenen Angaben sein eigenes „Wohlfühlgewicht“ erreicht hat, trägt seine Wampe gern mit offenem Hosenschlitz herum. Mit Fanschal und Knöllchen bewaffnet, lauscht er auf seiner Terrasse die Live-Übertragungen der Fußball-Bundesliga. Nachbarin Inge dagegen ist gerade von einer esoterischen Selbstfindungsreise aus Indien zurückgekehrt, trägt einen Sari spazieren und möchte im heimischen Garten gern in Ruhe meditieren oder zu Bollywood-Musik tanzen. Da sind Spannungen vorprogrammiert.

Dass das beliebte „Theoter op Platt“ im vergangenen Jahr ausfallen musste, hatte in der Gemeinde für Enttäuschung gesorgt. Doch nun hat die Laienschauspielgruppe wieder die Zeit gefunden, ein neues Stück einzustudieren, das sie derzeit an neun Aufführungstagen präsentiert. Natürlich wieder eine Komödie, denn: „Das ist es, was die Leute sehen wollen“, sagt Regisseurin Silke Reuß-Hennschen. Das Publikum im prall gefüllten Gemeindezentrum amüsierte sich am Premierentag prächtig über die Verwicklungen am Gartenzaun, rund um Inges unter dem Pantoffel stehenden Gatten oder die geheime Beziehung, die Chrischans Tochter Susanne mit einer von ihm gehassten Person führt. Und als Chrischans Lieblingsgartenzwerg zerbricht, herrscht endgültig Krieg zwischen den beiden Vorgärten.

Mit viel Liebe zum Detail hat sich die Truppe aus Ehrenamtlichen um die Inszenierung und das Drumherum gekümmert. Das aufwendig gestaltete Bühnenbild zeigt gestutzte Rasenkanten, Gartengarnituren, adrette Zäunchen und echte Pflanzen. „Wir fordern das ganze Dorf zum Mitmachen auf“, freut sich Reuß-Hennschen über die Unterstützung, die sie in der Gemeinde erfahren hat.


Regisseurin lobt das gesamte Team

Die Regisseurin lobt außerdem das tolle Miteinander im Team. Bis zu drei Proben pro Woche gab es in der heißen Phase vor der Premiere. Und neben den Schauspielern auf der Bühne sind noch viele weitere Mitstreiter im Hintergrund im Einsatz, von der Souffleuse über Technik und Maske bis zur Catering-Crew für die Pausen. „Wir suchen händeringend neue Leute“, berichtet Reuß-Hennschen. Wer dabei auf der Bühne stehen möchte, muss nicht schon Plattdeutsch können. „Das bringen wir denen bei“, verspricht die Regisseurin.
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