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Uetersener Nachrichten

17. August 2017 | 04:16 Uhr

Kreis Pinneberg : Kommt jetzt die Wohnungsnot?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wissenschaftler warnen vor einer dramatischen Wohnungsknappheit in Folge der Flüchtlingskrise. Das Pestel-Institut kommt in einer aktuellen Studie zu dem Schluss, dass im Kreis Pinneberg allein in diesem Jahr zusätzlich 1460 Wohnungen benötigt werden. Damit steige der Gesamtbedarf in diesem und den folgenden Jahren auf 3060 Wohnungen, heißt es in der Analyse.

Im Schnitt werden bislang 1310 Wohnungen im Kreis Pinneberg fertiggestellt. Damit brauche die Region gegenüber den Vorjahren ab sofort 2,3-mal so viele Neubauten, sagte Institutsleiter Matthias Günther. „Um eine handfeste Wohnungskrise zu vermeiden, muss dringend neuer Wohnraum her.“ Dabei fehlt es nach Einschätzung des Instituts vor allem an Sozialwohnungen, also bezahlbarem Wohnraum „für die Menschen, die sich teure Wohnungen in der Regel nicht leisten können: Rentner, Alleinerziehende, junge Menschen in der Ausbildung, einkommensschwache Haushalte und eben auch Flüchtlinge“, sagte Matthias Günther. In der Analyse gehen die Forscher von 3640 Flüchtlingen aus, die dem Kreis Pinneberg bis Ende des Jahres zugewiesen werden. Die Zahl liegt deutlich über den offiziellen Angaben. „Wir rechnen derzeit mit 100 ankommenden Flüchtlingen pro Woche“, sagte Kreissprecher Oliver Carstens. Seit Januar und bis Mitte des laufenden Monats kamen insgesamt 1918 Flüchtlinge. Bis zu 700 könnten bis Ende des Jahres noch hinzukommen.

„Es gilt die Formel, dass 100 Flüchtlinge, die in den Kreis kommen, etwa 40 Wohnungen benötigen“, sagte der Chef des Pestel-Instituts, Matthias Günther, gestern. Er regte an, den Neubau und das Sanieren von Wohnungen als Konjunkturmotor neu zu entdecken, und mit steuerlichen Anreizen Investoren auch für den Kreis Pinneberg zu gewinnen.

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erstellt am 27.Okt.2015 | 20:31 Uhr

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