Metropolregion : Kommt die Rad-Autobahn?

In der Metropolregion wird nach Möglichkeiten gesucht, Pendler auch aus dem Kreis Pinneberg nach Hamburg zum Umsteigen auf das Fahrrad zu bewegen – für die gesamte Strecke ebenso wie für Teilstrecken etwa bis zum nächsten Bahnhof. Darum wird nach geeigneten Korridoren für Radschnellwege gesucht. Einer könnte von Elmshorn über Tornesch und Pinneberg führen.

shz.de von
22. Juli 2015, 19:25 Uhr

Mit den bekannten Radwegen auf oder neben einem Bürgersteig haben diese Rad-Autobahnen nur noch wenig gemein. Sie sind mehrere Meter breit, in beide Richtungen befahrbar, asphaltiert und werden nach Möglichkeit ohne Hindernisse wie Ampeln geplant. Radfahrer sollen zügig ans Ziel kommen, also einen anderen Stadtteil, die nächstgrößere Stadt oder den nächstgelegenen Bahnhof. Und das gerne auch mit hohem Tempo. „Radschnellwege sind vor allem für Pendler mit einem Arbeitsweg von zehn bis 20 Kilometer geeignet“, sagte Marion Köhler, Sprecherin der Metropolregion. Vorbild sind die Stadt Göttingen, wo der Radschnellweg bereits Realität ist, und das Ruhrgebiet, wo die Rad-Autobahn zehn Städte miteinander verbinden soll. Die Pläne sind fertig, bislang fehlte zur Umsetzung aber das Geld.

Fachleute sind sich inzwischen sicher: Die Radschnellwege senken die Belastung der Luft, die Unfallkosten und bergen Chancen für städtebauliche Umgestaltungen. „Wir gehen davon aus, dass außerdem die Erreichbarkeit von Wohnort und Arbeitsplatz durch Radschnellwege um rund 30 Prozent verbessert werden kann“, sagte Marcus Peter vom Institut für Verkehrsplanung und Logistik an der Technischen Universität in Harburg. Für die Metropolregion soll ein Konzept, in dem fünf Routen analysiert werden, im kommenden Jahr vorliegen. Wie es dann weitergeht, ist noch unklar.

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