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Wenzel Hablik Museum : Kokoschka: Leben erfassen in Bildern

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Im Wenzel Hablik Museum sind etwa 100 Arbeiten des österreichischen Expressionisten Oskar Kokoschka (1886-1980) ausgestellt.

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erstellt am 27.Mär.2013 | 21:25 Uhr

Von 1904 bis 1909 studierte er an der Wiener Kunstgewerbeschule und hatte bereits 1908 seine erste Ausstellung durch die Teilnahme an der „Kunstschau der Gruppe um Gustav Klimt.“

Wo immer der Maler war, fertigte er schnell Zeichnungen und Skizzen, seine sogenannten „Notizen“, an. Sie dienten ihm als Ideenfundus oder hatten ihren Zweck schon im Entstehungsprozess erfüllt.

Die thematisch gegliederte Ausstellung, in der Stillleben, Blumendarstellungen, Selbstporträts und andere Porträts, Akte, Zirkus- und Tierbilder in den künstlerischen Techniken Aquarell, Zeichnungen und in Druckgrafiken zu besichtigen sind, stehen unter dem Titel „Capriccio – Faszination des Augenblicks.“

Seit dem 16. Jahrundert ist Capriccio der italienische Begriff und meint „die Willkür des kreativen Einfalls und die lustvolle Überschreitung akademischer Normen.“ Wenn der Künstler dem Augenblick „Dauer geben wollte“ vernachlässigte er die Komposition und Form. „Diese, so meinte der Kunsthistoriker und Sammler der Kokoschka Werke, Professor Heinz Spielmann, „ergab sich von selbst.“ „Kokoschka wollte“, so sein Freund Spielmann bei der Ausstellungseröffnung, „in seiner Kunst Leben erfassen“.

Wenn Kokoschka portraitierte, so hatte er es gern, wenn sich sein Gegenüber in Bewegung befand. Dazu passt, dass er das ungezwungene Verhalten von Kindern schätzte und gern komische Situationen im Zirkus mit schnellem Stift festhielt. Kokoschka liebte es – durch blitzschnelles reagieren – den Moment festzuhalten. In „Capriccio“ spiegeln sich seine verschiedenen Lebensstationen und deuten auf existenzielle Themen, wie Liebe und Tod hin. Oskar Kokoschka wurde von den Nationalsozialisten verfolgt, reiste erst nach Prag und emigrierte um 1940 nach London. 1966 wurden ihm zum 80. Geburtstag zahlreichen Ausstellungen gewidmet. Die Ausstellung ist bis zum 2. Juni in der Reichenstraße 21, di. - fr. 14 - 17 Uhr, sa. 14-18 Uhr und feiertags von 11-18 Uhr geöffnet.

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