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Uetersener Nachrichten

20. Oktober 2017 | 02:06 Uhr

Kreisbauerntag : Knickschutz bleibt Streitthema

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Das Interesse war deutlich größer als erwartet. Über 300 Mitglieder und Ehrengäste kamen auf Einladung des Kreisbauernverbandes am vergangenen Dienstag zum Kreisbauerntag ins Gartenbauzentrum nach Ellerhoop. Die Branche war gespannt, was ihnen ihr Minister, Robert Habeck, als geladener Gastredner zu sagen hatte. Der Grünen-Politiker vertritt als Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Schleswig-Holstein nicht nur die Belange der Landwirte, sondern erwartet von den Bauern ein verstärktes Entgegenkommen in Sachen Umweltschutz. So standen die von ihm angestrebten neuen Verordnungen zum Gewässer- und Knickschutz im Mittelpunkt seiner Rede „Perspektiven der Landwirtschaft im Kreis Pinneberg – alles Grün?“ und der im Anschluss lebendig geführten Debatte. Habecks Vorgaben: Um Nitrateingänge in die Gewässer zu vermindern, soll es Schutzstreifen zwischen landwirtschaftlichen Flächen und Gewässern geben. Außerdem fordert er die Einhaltung eines 1-Meter-Randstreifens zwischen Landwirtschaftsflächen und Knicks, um diese für Schleswig-Holstein so typischen Biotope zu erhalten. Er appellierte an die Landwirte, kooperativ mit ihm den Weg des Wandels des ländlichen Raumes zu gehen.

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erstellt am 18.Jan.2013 | 21:13 Uhr

Lars Kuhlmann, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, hob in seiner Ansprache das grundsätzliche Einverständnis zur Zusammenarbeit hervor, warnte aber auch gleichzeitig davor, dass zu viele Verordnungen den Strukturwandel forcieren würden. Auch die neu angedachten Knickschutzvorschriften kritisierte Lars Kuhlmann: „Wir haben im Kreis Pinneberg ein sehr enges Knicknetz und würden durch den angedachten 1-Meter-Schutzstreifen besonders betroffen. Ähnlich sieht es bei Gewässerschutzstreifen aus, die Flächen in der Marsch sind sehr schmal. Große Randstreifen würden die Nutzung stark einschränken. Wir brauchen flexible Lösungen, keine rechtlich festgezurrten Regeln“, so Kuhlmann. Einig waren sich Minister und Bauern darin, dass der zunehmende Bedarf an Gewerbe- und Siedlungsflächen im Kreis strenger reglementiert werden müsse und nicht zu sehr auf Kosten der landwirtschaftlich genutzten Flächen gehen dürfe.

Im Laufe des Abends wurden 13 Landwirte aus dem Kreis mit der silbernen Ehrennadel des Bauernverbandes für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Bauernverband Schleswig-Holstein durch Lars Kuhlmann und den Präsidenten Werner Schwarz geehrt. Außerdem wurde der ehemalige Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Pinneberg Jochen Schmidt für seine herausragenden Leistungen während seiner fast vierzigjährigen Tätigkeit für den Kreisbauernverband Pinneberg mit der silbernen Ehrennadel mit Eichenlaub ausgezeichnet.

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