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Informationsbesuch : Klimaforschung im Klärwerk?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Was einst die Hetlinger erstritten haben, könnte sich nun zu einem Glücksfall für die Klimaforschung entwickeln. Vollkommen abdecken musste der Abwasser-Zweckverband (AZV) Pinneberg die Kläranlagen nach einem verlorenen Rechtsstreit. Anwohner hatten sich gegen den Gestank gewehrt.

shz.de von
erstellt am 29.Jul.2013 | 21:20 Uhr

Das macht das größte Klärwerk Schleswig-Holsteins zu etwas deutschlandweit Einmaligem, erfuhr der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann während eines Informationsbesuchs. Roland Krügel, Vorsitzender der AZV-Verbandsversammlung, sowie Verbandsvorsteher Lutz Altenwerth diskutierten mit dem Genossen, der von der Landtagsabgeordneten Beate Raudies und dem Holmer SPD-Vorsitzenden Dietmar Voswinkel begleitet worden war. Renommierte wissenschaftliche Einrichtungen sind auf den AZV zugekommen, wurde den Sozialdemokraten berichtet.

Besonders im Focus der Experten steht das Lachgas, das bei der Abwasserreinigung entsteht. Es ist „sehr klimaschädlich“, berichtet Altenwerth. Bisher gebe es aber nur theoretische Erkenntnisse. Mithilfe der abgeschlossenen Hetlinger Anlage könnten auch Untersuchungsergebnisse in der Praxis gewonnen werden. „Die Frage ist nur, wer finanziert das?’“, sagte der Verbandsvorsteher. Altenwerth hofft auf Förderung aus Berlin und Kiel. Rossmann, der sich intensiv mit Bildungs- und Wissenschaftspolitik beschäftigt, verwies auf die großen Forschungsinstitute in Deutschland. Wenn die sich für das Vorhaben interessieren, wäre es gesichert. In Sachen Klimaschutz haben sich die Klärwerker ehrgeizige Ziele gesetzt. So viel Strom wie von den 13000 Bürgern Torneschs wird beim AZV verbraucht. Allerdings werden 60 Prozent selber produziert, berichteten Krügel und Altenwerth. Bis 2050 hat man sich nicht nur das Ziel gesetzt, Kohlendioxid-neutral zu produzieren, sondern will dies auch noch auf weitere klimaschädliche Gase ausdehnen. Weniger auskunftsfreudig zeigten sich die Dame und die fünf Herren während des anschließenden Pressegesprächs beim Thema Gründung eines Breitband-Zweckverbandes. Es habe Informationen über den aktuellen Sachstand gegeben, erklärte Krügel. Vor allem aus Kommunen mit eigenen Stadtwerken gab es Widerstand gegen das Projekt. „Viel Glück“ wünschte der Elmshorner der BZV-Gründung, denn es sei ein wichtiges Infrastrukturvorhaben für die Dörfer.

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