13. Holsteiner Apfeltage : Kleinwort gehen die Frauen nicht aus

Georg Kleinwort sagte den Satz fast leichthin: „Es war ja schon mal im Gespräch aufzuhören, aber wir bekamen keine Chance!“ Und danach kam es dann, das für ihn typische schelmische Grinsen! Dabei dürfte es ihm durchaus ernst gewesen sein mit dem, was er da am Freitagabend während der Eröffnung der 13. Holsteiner Apfeltage sagte. Und so schwebte denn auch eine leichte Wehmut über der Veranstaltung. Die Euphorie der Anfangsjahre scheint einer gewissen Ernüchterung Platz gemacht zu haben. Aus nachvollziehbaren Gründen: Die Beschaffung von Geldmitteln gestaltet sich immer schwieriger, nachdem sich das Land und die CMA aus der Finanzierung verabschiedet haben.

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11. September 2011, 21:35 Uhr

Geblieben sind die Sparkasse Südholstein und der Bauernverband. Versuche, die Holsteiner Apfeltage über die Grenzen des Kreises Pinneberg hinaus bekannt und populär zu machen, waren von wenig Erfolg gekrönt. Und schließlich: Nachdem der Haseldorfer Obstbauer Udo Hülsen seinen Betrieb aufgegeben hat und sein Neuendeicher Kollege Carsten Breckwoldt als Mitorganisator nicht mehr zur Verfügung steht, lastet die Arbeit allein auf den Schultern der vier Obstbauern Kleinwort, Krieger, Schuldt und Plüschau.

Sie schafften das Meisterstück und organisierten eine würdige Eröffnungsfeier, die die zahlreichen Gäste in der neuen Lagerhalle von Wilfried Plüschau genossen. Mit Spannung erwartet worden war die Krönung der neuen Apfelprinzessin Katrin Börner. Für die Suche nach geeignetem royalen Nachwuchs ist Georg Kleinwort zuständig und erwies sich als weitsichtiger Talentsucher: Zwei junge Damen habe er nun noch in petto, sagte er und fügte dann hinzu: „Mir gehen die Frauen nicht aus!“

Landwirtschaftsministerin Dr. Juliane Rumpf setzte Prinzessin Katrin das Diadem auf, nachdem sie als Schirmherrin die Apfeltage offiziell eröffnet und dabei die Arbeit der Obstbauern gelobt hatte. „Der Trend geht eindeutig hin zu regionalen Erzeugnissen“, sagte sie. Zunehmend kauften die Verbraucher bei den Direktvermarktern, weil sie großes Vertrauen in die Qualität der Produkte hätten.

Vor allem im Hinblick auf ihre hervorragende Vernetzung seien die Landwirte auf dem richtigen Weg. Juliane Rumpf hob die Geschmacks- und Sortenvielfalt der in Schleswig-Holstein geerneteten Äpfel hervor. „Ich freue mich, dass die Arbeit der regionalen Obstbauern mehr und mehr gewürdigt wird.“

In der Region gibt es noch 35 Obstbaubetriebe, von denen allerdings nur noch 50 Prozent im Vollerwerb bewirtschaftet werden. Alle anderen Höfe sind Nebenerwerbsbetriebe. Die Obstbauern teilen sich 500 Hektar Land. „Die Größe der Fläche ist in den vergangenen Jahren konstant geblieben“, sagte Georg Kleinwort, Seniorchef des Betriebes Deekenhörn. Zum Rahmenprogramm trugen eine Akkordeongruppe und die Haselauerin Merle Mohr bei. Der Teenager ist preisgekrönte Vorleserin und las zwei plattdeutsche Geschichten. Außerdem trat der Männergesangverein Concordia auf.

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