Rückgang der Bienenpopulation : Kleingärtner und Hobbyimker in Tornesch: Gemeinsam für den Bienenschutz

Bienen- und Insektenschutz ist in Tornesch jetzt gemeinsame Sache.

Bienen- und Insektenschutz ist in Tornesch jetzt gemeinsame Sache.

In einer Tornescher Parzelle hat ein Bienenvolk eine neue Heimat gefunden.

shz.de von
08. Juni 2018, 12:05 Uhr

Tornesch | Gemeinsam ziehen der CDU-Stadtverband, Mitglieder des Kleingartenvereins Tornesch und Hobbyimker beim Bienen- und Insektenschutz an einem Strang. Durch die Initiative der Christdemokraten hat seit kurzem ein Bienenvolk in einer Kleingartenparzelle in der Anlage Friedlandstraße sein Zuhause.

Der Bienenstock gehört dem Uetersener Oliver Gimball. Der Bestattungsunternehmer ist Hobbyimker, Vorsitzender des Imkervereins Uetersen und hat über seinen Sohn gute Kontakte zur Jugendabteilung des Sportangelvereins Uetersen-Tornesch − dort zu Jugendwart Tobias Behrens. Dessen Mutter Birgit Behrens ist Beisitzerin im Kleingartenverein Tornesch und hat ihre Parzelle als Standort für eins der 15 Bienenvölker des Hobbyimkers Gimball zur Verfügung gestellt.

Idee für Zusammenarbeit

Die Idee für eine Zusammenarbeit zwischen Hobbyimkern und Tornescher Kleingärtnern basiert auf einem Treffen von Tornescher Christdemokraten mit Hobbyimkern der Stadt, Sportanglern, Pfadfindern und Mitgliedern der Tornescher Jägerschaft, um sich über Themen zum Umweltschutz auszutauschen.

Birgit Behrens hat ihre Kleingartenparzelle an der Friedlandstraße für einen Bienenstock eines Hobbyimkers zur Verfügung gestellt. Daniel Kölbl (Dritter von rechts) und Bernhard Janz (Dritter von links) vom CDU-Stadtverband, Sportangler Tobias Behrens (rechts), der Vorsitzende des Tornescher Kleingartenvereins Christian Möschter (links) und Anlagenwart Ricardo Nieves haben die Zusammenarbeit in Sachen Bienenschutz initiiert.
Sylvia Kaufmann
Birgit Behrens hat ihre Kleingartenparzelle an der Friedlandstraße für einen Bienenstock eines Hobbyimkers zur Verfügung gestellt. Daniel Kölbl (Dritter von rechts) und Bernhard Janz (Dritter von links) vom CDU-Stadtverband, Sportangler Tobias Behrens (rechts), der Vorsitzende des Tornescher Kleingartenvereins Christian Möschter (links) und Anlagenwart Ricardo Nieves haben die Zusammenarbeit in Sachen Bienenschutz initiiert.
 

Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Daniel Kölbl nahm als Gast an der Jahresversammlung des Tornescher Kleingartenvereins teil und bat den Vorstand der Kleingärtner, darüber nachzudenken, ob Parzellen als Standorte für Bienenstöcke zur Verfügung gestellt werden könnten, um Hobbyimker zu unterstützen und einen Beitrag gegen den Rückgang der Bienenpopulation zu leisten. Vorstand und zur Versammlung anwesende Kleingärtner begrüßten die Idee und sicherten Überlegungen zu. Denn Umweltschutz und die Gestaltung der Kleingärten in der Art, dass Insekten und Bienen dort in Blüten von Blumen, Bäumen und Büschen Nahrung finden, liegen den Tornescher Kleingärtnern schon immer am Herzen. Auch die Tornescher CDU hat in ihrem Wahlprogramm den Bienen- und Insektenschutz vor Ort verankert.

Mehr Bienenstöcke 2019?

Dass nun als erster Hobbyimker ein Uetersener in der Kleingartenanlage Friedlandstraße einen Bienenstock aufgestellt hat, ist sowohl für die CDU Tornesch als auch für die Kleingärtner ein Zeichen der Zusammenarbeit über die Ortsgrenzen hinweg. „Es ist egal, ob die Bienen zu einem Tornescher oder Uetersener Hobbyimker gehören. Bienen kennen ja auch keine Ortsgrenzen. Hauptsache ist, wir können Hobbyimker unterstützen“, betonen der Kölbl und der Vorsitzende der Tornescher Kleingärtner Christian Möschter. „Auch in der Kleingartenanlage Ahrenlohe hat sich eine Parzellenpächterin bereiterklärt, einen Bienenstock aufstellen zu lassen“, freut sich Möschter. Und gemeinsam mit dem Anlagenwart der Kleingartenanlage Friedlandstraße Ricardo Nieves überlegt er, ob eine nicht genutzte Parzelle im nächsten Jahr Standort für mehrere Bienenstöcke werden könnte.

Hobbyimker Gimball freut sich, dass eins seiner Völker im Kleingarten von Birgit Behrens nun ein Zuhause hat. Mehr als 60 000 Bienen begeben sich von dort fleißig auf die Nektarsuche in den Gärten, in denen es grünt und blüht. Aber auch im Umfeld, wie der Friedhofsanlage, und Grünbereichen in drei bis vier Kilometern Entfernung dürften die Bienen Erfolg beim Nektarsammeln haben. „Ich bin gespannt, wie sich der Standort auswirkt“, so Gimball. Er hat weitere Völker in Rapsnähe in Neuendeich stationiert. „Wenn sich die Zusammenarbeit mit dem Kleingartenverein Tornesch ausweitet, würde uns das freuen. Es könnte dann ja sogar Honig mit dem Label ‚Tornescher Kleingartenverein‘ geben“, wagt der Vorsitzende des Imkervereins Uetersen und Umgebung einen Blick in die Zukunft.


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