Jahresversammlung : Kleingärten sind in Uetersen weiterhin begehrt

Die Gartenfreunde ehrten diese Mitglieder für langjährige Vereinstreue. Hans-Joachim Wilken (von rechts) ist stolze 40 Jahre und Hannelore Potratz 30 Jahre lang Mitglied.
Die Gartenfreunde ehrten diese Mitglieder für langjährige Vereinstreue. Hans-Joachim Wilken (von rechts) ist stolze 40 Jahre und Hannelore Potratz 30 Jahre lang Mitglied.

Trotz des ungebrochenen Interesses kämpft der Vorstand des Kleingartenvereins Uetersen auch mit Vertragsuntreue.

shz.de von
01. März 2018, 13:30 Uhr

Uetersen | Auf ihrer Jahresversammlung ehrten die Gartenfreunde ihre langjährigen Mitglieder. Den Posten des Zweiten Vorsitzenden konnte der Kleingartenverein Uetersen auch in diesem Jahr nicht besetzen, und „schwarze Schafe“ unter den Pächtern bereiten dem Verein finanzielle Schäden.

Der Kleingartenverein in der Rosenstadt verfügt über sieben Gartenanlagen mit insgesamt 330 Gärten von durchschnittlich 400 Quadratmetern, insgesamt 580 Mitglieder gehören dem Verein an. 82 von ihnen nahmen an der Jahreshauptversammlung teil, dennoch ist es nicht gelungen, den bereits seit 2017 vakanten Posten des Stellvertretenden Vorsitzenden zu besetzen. Jacqueline Hoppe wurde auf drei Jahre zur neuen Schriftführerin gewählt.

Insgesamt 14 Mitglieder erhielten aufgrund von 20- oder 25-jährigen Mitgliedschaften Urkunden. Für 30 Jahre Vereinstreue geehrt wurden Gerda Jeppsson, Hillechien Staar und Hanelore Potratz, 40 Jahre lang mit dabei sind Helga und Hans-Joachim Wilken und stolze 50 Jahre Erhard Mahler.

Vereinsvorsitzender Marcus Gocks verlieh zudem die Titel „Gartenfreunde des Jahres 2017“. Die Obleute jeder einzelnen Anlage hatten Mitglieder vorgeschlagen, die sich um das Gemeinschaftswohl verdient gemachten hatten. Ausgezeichnet wurden Vera Wittenberg (Gartenanlage Kleine Twiete), Andrea Zehm (Klosterkoppel), Marco Düwel (Neuer Damm 1), Stefan Doblinger (Neuer Damm 2), Petre Petrij (Pracherdamm), Hans-Joachim Wachs (Erwin Neumann) und Anita Krause (Auf dem Flidd).


Einige „schwarze Schafe“ im Verein

Der Kleingartenverein erfreut sich großer Beliebtheit, freie Gärten werden zügig verpachtet. Dennoch kämpft der Verein mit einigen „schwarzen Schafen“, so Gocks. In 2017 musste insgesamt 13 Pächtern gekündigt werden, da der Zustand der Parzellen „grottenschlecht“ gewesen sei. Viele Gartenfreunde wurden angemahnt, die Gartenarbeit ernster zu nehmen. „Und auch dieses Jahr werden wir uns von einigen Pächtern trennen müssen, weil wir schon seit Jahren Probleme mit ihnen haben“, kündigte der Vorsitzende an. Mitte des Jahres wird der Vorstand in den Gärten eine Begehung vornehmen.

Gocks monierte in diesem Zusammenhang, dass die Anforderungen an den Schriftverkehr immer höher werden. Um einem Gerichtsverfahren standzuhalten, müssten Aufforderungen, den Zustand des Gartens zu verbessern, künftig per Einschreiben mit Rückschein oder per Gerichtsvollzieher zugestellt werden, was Verwaltungsaufwand und Kosten in die Höhe treibt. Hintergrund ist ein Rechtsstreit, in dem ein Pächter, dem gekündigt worden war, behauptet hatte, die Aufforderungen nicht erhalten zu haben.

Wie Rechnungsführer Gerhard Heuer ausführte, führen Pächter, die „ihre Parzellen wie auf der Flucht verlassen“, zu weiterer Finanzlast. Im Übrigen ist der Haushalt des gemeinnützigen Vereins ausgeglichen. Einnahmen werden weitgehend für Instandhaltungsarbeiten in den Gartenanlagen verwendet, wie Zaunerneuerungen, das Auffüllen von Wegen oder der Austausch von Zählern.

Im Jahr 2020 feiert der Uetersener Kleingärtnerverein sein 100-jähriges Bestehen. Wie das hohe Jubiläum gefeiert werden soll, werden die Gartenfreunde im nächsten Jahr beschließen.

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