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Bauprojekt Reeperbahn : Kleines Weichtier - große Probleme

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Zierliche Tellerschnecke (Anisus vorticulus) hat schon einmal für Aufsehen gesorgt, als sie ein Bauprojekt in Hamburg stoppte (Green Logistic Center). Jetzt ist der Winzling in der Rosenstadt aufgetaucht, im hohen Gras an der Reeperbahn. Dort, wo gerade ein generationsfreundlicher Wohnpark entstehen soll. Die Schnecke ist in Deutschland vom Aussterben bedroht. Umweltschützer haben auf dem Areal etliche Exemplare des schleimigen Tieres entdeckt. Nun wurde ein Baustopp verhängt. Die Behörden verlangen ein Absuchen des rund 6000 Quadratmeter großen Geländes.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2015 | 18:57 Uhr

Das Ganze kann teuer werden für die Stadt, weil das Grundstück lastenfrei übertragen wurde. Bereits einige unterirdische Leitungen, die nirgendwo eingezeichnet waren, müssen umgelegt werden. Alleine das könnte für Uetersen teuer werden. Nun also die Schnecke!

Doch Uetersen braucht das Geld in der Kasse. Die klamme Stadt hat’s nicht so dicke. Insofern passt es gut, dass die Grünen dazu aufrufen, beim Einsammeln der Schnecke zu helfen. Heute Nachmittag geht es unter Anleitung eines Biologen im Landesdienst los.

Treffpunkt ist um 13 Uhr das Gelände am ehemaligen Schwesternwohnheim. Dort erfolgt die Einweisung. Arbeitsgeräte (Lupen, Glasgefäße und Handschuhe) werden gestellt. Die Lupen seien, so ein Biologe im UeNa-Gespräch, wichtig, weil das Tier nur rund fünf bis neun Millimeter groß sei und sich gerne in feuchtem Gebüsch aufhalte.

Die Aktion soll bis auf Weiteres fortgesetzt werden. Um das Gelände so wie geplant bebauen zu können, ist dort ein eindeutiger Nachweis der Nichtexistenz dieser Schneckenart erforderlich. Wie die Schnecke an die Reeperbahn gelangt ist, können die Experten nicht beantworten. Das Leben bahne sich eben seinen Weg, so die lapidare Bemerkung.

Wichtig sei jetzt, dass die Schnecke eingesammelt und umgesiedelt werde. So wie 2011 i0n Hamburg geschehen.

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