Feierlichkeiten : Kleines Insekt kommt ganz groß raus

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Der unermüdliche Einsatz und die viele Arbeit haben sich gelohnt: Zehn Jahre nach seiner Eröffnung ist das Bienenmuseum des Imkervereins Uetersen und Umgebung in der Moorreger Klinkerstraße gefragter, spannender und informativer denn je. Gestern wurde die Erfolgsgeschichte, die ohne Museumsleiter Hans Ossenbrüggen vermutlich nie geschrieben worden wäre, mit einem tollen Jubiläumsfest gekrönt.

shz.de von
29. Juli 2012, 18:46 Uhr

Weil viele Imker vor zehn Jahren befürchteten, einer sterbenden Zunft anzugehören, wurde Ossenbrüggen aktiv. Angehende Imker-Pensionäre fanden keine Nachfolger, denen sie ihre Bienenvölker anvertrauen konnten, die Vereine litten zunehmend unter der Überalterung. Das Interesse an dem Honig produzierenden Gewerbe schwand. „Wir mussten unbedingt gegensteuern“, erinnerte sich Hans Ossenbrüggen. Als er einen Platz suchte, um die von ihm gesammelten Gerätschaften eines Imkers unterstellen zu können und von Moorreges Bürgermeister die damals leer stehenden Räume in der alten Schule zugewiesen bekam, entwickelte er das Konzept für ein Museum. „Bis heute steht und fällt es mit unseren Vorträgen“, so Ossenbrüggen gestern am Rande der Jubiläumsfeierlichkeiten. Ihm geht es nicht nur darum, die Geschichte der Imkerei nachvollziehbar zu machen, er möchte das Handwerk erklären, seine Alternativlosigkeit in den Köpfen vor allem der jungen Menschen verankern. Ossenbrüggen hält es mit Einstein, der einst sagte, der Mensch habe höchstens noch vier Jahre zu leben, wenn erst die letzte Biene ausgerottet sei.

Fünf Vereinsmitglieder halten den Museumsbetrieb aufrecht, eine logistische Meisterleistung der aktiven Imker. „Wenn die Museumssaison eröffnet wird, beginnt auch für einen Imker die arbeitsreichste Zeit des Jahres. Beide in Einklang zu bringen, ist nicht leicht, denn die Bienenvölker dürfen wir keinesfalls vernachlässigen“, sagte Hans Ossenbrüggen.

Im Zentrum des Festes gestern, an dem sich auch die Mitarbeiter der Diakoniestation und des ebenfalls in der alten Schule beheimateten Kulturforums beteiligten, stand natürlich die Biene. Vor allem die Kinder ließen sich faszinieren von dem quirligen Leben in dem ausgestellten Stock, schleuderten selber Honig und stellten ununterbrochen Bienenwaben her.

So viel Hilfe dürften Imker wie Jochen Steinhardt-Wulff und Günter Wulff schon lange nicht mehr gehabt haben. Natürlich konnten die Besucher Honigprodukte erwerben, sich im Museum umschauen oder die Jäger, die mit einer Ausstellung vertreten waren, in ein Gespräch verwickeln.

Für Nachhilfeunterricht der besonderen Art war ein Baumschuler zuständig. Er informierte über Bäume und Sträucher, die gerne von Bienen angesteuert werden.

Begonnen hatten die Feierlichkeiten mit einem gut besuchten Gottesdienst im Festzelt. Pastorin Kirsten Ruwoldt verwies in ihrer Predigt auch auf die Ordnung in dem Bienenstock, auf das System, das allerdings nicht auf den ersten Blick zu erkennen sei.

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