Ausstellung : „Kleiner Kohn“ ganz groß

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Ein fast vergessenes Kleinod der Haseldorfer Marsch genießt seit dem Wochenende große Aufmerksamkeit. Der Leuchtturm „Kleiner Kohn“ auf Juelssand steht im Mittelpunkt einer Ausstellung im Elbmarschenhaus.

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28. Juni 2015, 18:33 Uhr

Etwa 40 Gäste drängten sich am Sonnabend bei der Vernissage vor 40 Aquarell- und Acryl-Gemälden der Hamburger Künstlerin Christel Hudemann. Die meisten zeigen das historische Bauwerk, das auch in zwei Modellen dargestellt wird.

Für besondere Aufmerksamkeit sorgte Hans-Joachim Selle, der Enkel der letzten Leuchtturmwärter Anna und Andreas Eilers. Selle war für die Vernissage von der Schwäbischen Alb angereist. Anschaulich schilderte der 74-Jährige den Alltag auf dem Leuchtturm.

Als Zehnjähriger zog er am 1. Juni 1951 zusammen mit seiner Mutter Dorothea Selle und seinen Großeltern auf den Turm. Der Vater war im Krieg gefallen. Auf dem Weg zur Grundschule in Hetlingen musste Hans-Joachim Selle sechs Priele überqueren. Eingekauft hat die Familie mit Rucksack und Milchkanne in einem Kolonialwarenladen in Hetlingen. Einmal im Jahr brachte der Bauhof Wedel des Wasser- und Schifffahrtsamts Hamburg eine Kohlenladung. Im Garten rund um das Haus wuchsen Johannisbeeren. Es gab einen Hühnerstall und ein Plumpsklo. Bei der Sturmflut 1962 floh die Familie ins Obergeschoss. 1967 verließ sie den Leuchtturm. Als Selle das leerstehende Gebäude vor einigen Jahren seiner Tochter zeigte, war er erschrocken über den Verfall.

„Es ist als Bauwerk einzigartig. Es gibt kein vergleichbares Leuchtfeuer in Deutschland“, sagte der NABU-Schutzgebietsbetreuer Uwe Helbing. Da der Turm im Naturschutzgebiet steht, ist er nicht öffentlich zugänglich. Helbing lädt daher für Sonntag, 2. August, zu einer Führung dorthin ein. Beginn ist um 14 Uhr am Parkplatz Hetlinger Schanze am Hof. Der Fußmarsch soll pro Strecke etwa eine Stunde lang dauern.

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