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Schleswig-Holstein Musik Festival : Klänge, die unter die Haut gehen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wer das letzte der Schleswig-Holstein Musik Festival-Konzerte im Kreis Pinneberg in diesem Jahr als krönenden Abschluss bezeichnet, hat sicherlich Recht. Doch eigentlich war der Auftritt des zum Weltstar aufstrebenden jungen chinesischen Geigers Zhu Dan und des bereits weltberühmten amerikanischen Pianisten Tzimon Barto die Erfüllung eines musikalischen Traums, der nahezu jeden im Publikum im ausverkauften Rinderstall mitriss und mit den Sonaten für Violine und Klavier von Mozart, Robert Schumann, Beethoven und den vier Stücken für Violine und Klavier op. 7 von Anton Webern umarmte und ganz tief berührte.

Das äußerlich so unterschiedliche Duo aus ganz gegensätzlichen Kulturen gelang eine perfekte Einheit, leidenschaftlich wunderschöne Musik zu interpretieren, das Spiel schlüpfte sofort unter die Haut, schloss die Zuhörer wie in einen schützenden Kokon ein und ließ sie geradezu intim an einem unvergesslichen Ereignis teilhaben.

Mozarts filigrane Sonate, Schumanns in den einzelnen Sätzen so gegensätzliche Komposition, die immer wieder seine Zerrissenheit nachweist, Anton Weberns moderne und klassische Stücke, die wie Edelsteine auffunkeln und Beethovens berühmte Kreutzer-Sonate, für alle hatten die beiden ein so ungeheuerliches Einfühlungsvermögen, aber auch solche künstlerische Perfektion parat, dass viele im Rinderstall wussten, hier haben sie eine, nein zweieinhalb Sternstunden in der Musikgeschichte Schleswig-Holsteins erlebt. Selbst der Überraschungsgast in Haseldorf, der Star-Dirigent und musikalische Leiter der Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musik Festivals, Christoph Eschenbach, urteilte in einem Gespräch mit den UeNa: „Besser kann man diese Musik nicht spielen.“ Eschenbach, der sich ganz unspektakulär in seiner bescheidenen, zurückgenommenen Charakteristik in letzter Minute am Beginn des Konzertes unter das Publikum gemischt hatte, ist selbst jahrelang Förderer des Multitalents Tzimon Barto gewesen. Der Amerikaner Tzimon Barto ist nicht nur ein Star-Pianist mit Hang zum Dirigenten, sondern auch Schriftsteller, spricht fünf Sprachen fließend und ließ in Haseldorf Damenherzen höher schlagen, als er nach dem Konzert im legeren Ringer-T-Shirt und kurzen Hosen zur Stippvisite bei der traditionellen Konzert-Nachfeier des Prinzen Udo von Schoenaich-Carolath erschien und gewaltige Muskelberge spielen ließ.

Die bestaunten nicht nur die Kinder einer Klasse der Bogenhagen-Schule aus Blankenese, sondern noch ein anderer prominenter Gast: Der Präsident des Internationalen Seegerichtshofes und ehemaliger japanischer Vize-Außenminister Richter Shunji Yanai, der von der Präsidentin der Hamburger Deutsch-japanischen Gesellschaft, Eiko Hashimasu-Shimegitsu begleitet wurde.

Viel Lob gab es zum Abschluss der 2012-Schleswig-Holstein Musik-Festival Reihe in Haseldorf für Udo Prinz von Schoenaich-Carolath. „Sie sind der perfekte Gastgeber“, hieß es aus den Reihen der Festival-Leitung und Kulturförderer Peter Schmidt aus Wedel sprach das aus, was viele meinen: Er sei seit 25 Jahren dankbar für diesen Gastgeber, der zwar nicht immer das fantastische Programm beeinflussen könne, aber für einen so herzlichen und persönlichen Rahmen sorge, der im gesamten Bereich des SHMF einmalig sei.

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erstellt am 21.Aug.2012 | 21:13 Uhr

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