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Idee geplatzt : Kitaplätze in Tornesch? Will Uetersen nicht

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ein Streit um Krippenplätze entzweit Uetersen und Tornesch. „Ich wundere mich, dass Uetersen nicht kooperiert“, sagte der Tornescher Bürgermeister Roland Krügel während der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses.

shz.de von
erstellt am 26.Jun.2012 | 21:37 Uhr

Das Problem: In beiden Städten werden die Kindergärten nach den Sommerferien rappelvoll sein. Es gibt kaum noch freie Plätze, zum Teil aber lange Wartelisten. Das berichteten viele Leiterinnen gestern auf Anfrage dieser Zeitung. „Der Bedarf ist höher, als wir Plätze haben“, sagte Irene Westphal, Chefin des evangelischen Kindergartens „Noahs Arche“ an der Jochen-Klepper-Straße.

Die Stadt Tornesch hätte dieses Problem gern nachbarschaftlich gelöst – und dabei einen weiteren Zuschuss für den Bau einer Kita eingeholt. Doch Uetersen will nicht. Hintergrund: Der Hamburger Verein Wabe möchte in Tornesch an der Pommernstraße für 2,75 Millionen Euro eine neue Kita errichten. Geplant sind Räume für 140 Kinder in vier Krippen- und drei Elementargruppen. Im August 2013 sollen die Jungen und Mädchen einziehen.

Allerdings klappte die Finanzierung nicht so, wie Tornesch es sich erhofft hatte: Zwar will der Bund die Krippenplätze mit 760000 Euro fördern, doch der Kreis gibt bloß Geld für zwei Elementargruppen; den Bedarf für eine dritte erkannte er nicht an. Damit sinken die Zuschüsse des Kreises und der Stadt auf zusammen rund 370000 Euro. Das sind 60000 Euro weniger als geplant. Diese Summe kann Wabe entweder beim Bau einsparen oder hinterher von der Kommune einfordern, erläuterte Sabine Kählert, Leiterin des Amts für soziale Dienste in Tornesch.

Ihre Idee: Wenn Uetersen einen zusätzlichen Bedarf an 20 Elementarplätzen anmelden würde und bewilligt bekäme, könnte der Zuschuss in geplanter Höhe fließen. Tornesch würde der Rosenstadt dann ein Belegungsrecht für die dritte Elementargruppe der Wabe-Kita einräumen, das Uetersen aber nicht ausschöpfen müsste. Im Gegenzug wären zwar Ausgleichszahlungen fällig. Doch das käme Uetersen billiger als eine neue Kita. Tornesch zahlt anderen Kommunen 230 bis 280 Euro pro Kind und Monat. 40000 Euro stehen dafür im Haushalt.

Kählert hält diese Kooperation für eine gute Lösung. Immerhin würden viele Uetersener nach Kita-Plätzen in Tornesch fragen, weil sie in ihrer Stadt nichts finden. Doch Uetersens Bürgermeisterin Andrea Hansen lehnte ab: „Ich gehe davon aus, dass in der Region ausreichend Kita-Plätze zur Verfügung stehen, die vorrangig belegt werden sollten. Ich kann der Stadt Tornesch leider keine Belegungsabnahme garantieren“, teilte sie mit. Tornesch will nun Uetersener Kinder abweisen.

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