Amtsgericht : Kinderschänder für drei Jahre weggesperrt

Er hat dem siebenjährigen Nachbarsmädchen in den Schritt gefasst, ihre Vagina und ihre Analöffnung gestreichelt.

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18. Oktober 2011, 20:59 Uhr

Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern ist der 29 Jahre alte Uetersener Nico S. gestern am Amtsgericht Itzehoe zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Es geschah am Sonnabend, 21. Mai. Michael und Susanne D. hatten ihrer Tochter Sophie (Namen geändert) erlaubt, bei Nico S. zu übernachten. Er lebte am Ahornweg in einem Mehrfamilienhaus nur eine Etage unter der Familie. Sophie hatte bereits einige Male bei dem Pärchen geschlafen. „Seine Freundin hat eine kleine Schwester, die dort übernachtete. Wir dachten, das passt“, berichtete Michael D. gestern.

Doch Sophie wollte nicht schlafen. Nico S. zog daher eine Couch für sie aus, setzte sich neben sie und schaltete den Fernseher ein. „Er war zu dem Zeitpunkt bereits sexuell erregt“, berichtete gestern sein Anwalt Christopher Schumacher. Außerdem war Nico S. mehrfach vorbestraft. Er war 2003 vor dem Amtsgericht Elmshorn und ein Jahr später vor dem Amtsgericht Itzehoe wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt. Es folgten Prozesse wegen Exhibitionismus, später Therapien. Am 21. Mai hatte Nico S. es auf Sophie abgesehen. „Ich habe das schon vorher im Kopf gehabt und die Situation halt ausgenutzt“, sagte er der Polizei. Seine Freundin war im Raum, als er seine Hand in die Hose des Mädchens schob und zweimal ihre Vagina, einmal ihre Analöffnung streichelte.

„Einmal hat sie nachts im Schlaf gerufen: ,Lass das’“, berichtete Sophies Vater gestern. Sie sei von Albträumen geplagt. Er kündigte die Wohnung. „Manche glauben uns das gar nicht. Das ist sowas von erniedrigend“, sagte er. Der 43-Jährige hat es noch vor Augen, wie seine Tochter sagte: „Der hat mich angefasst.“ Sofort stürmte er hoch zu seinem Nachbarn, stellte ihn zur Rede. Als Nico S. die Tat abstritt, rief er die Polizei.

Staatsanwältin Dagmar Staack verlangte drei Jahre Haft. „Es ist völlig unfassbar, wie es zu der Tat kam“, sagte sie. Nico S. stand unter Bewährung. Sophies Rechtsanwältin Franziska Hammer versteht nicht, warum sich Nico S. vor der Tat nicht an seinen Therapeuten gewendet hatte. Er hätte merken müssen, dass etwas schief läuft. Sie verlangte drei Jahre und sechs Monate. Sein Anwalt plädierte für eine Bewährungsstrafe, um ihm eine bessere Therapie zu ermöglichen. Nun bleibt Nico S. hinter Gittern.

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