Haushalt 2015 : Kiel greift Appen unter die Arme

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Mit einer gewissen Leichtigkeit haben die Gemeindevertreter über den Haushalt beraten können, die ihnen in den vergangenen Jahren verwehrt war. Denn ein ausgeglichenes Zahlenwerk für 2015 haben sie während der jüngsten Sitzung im Bürgerhaus einstimmig verabschiedet. Davor mussten Immobilienverkäufe in den Etat eingeplant werden, um ihn abzusichern. Die waren am Ende jedoch nie nötig, weil sich die Haushaltslage im Laufe der Monate verbessert hatte. 13,572 Millionen Euro soll die Gemeinde im kommenden Jahr ausgeben.

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03. Dezember 2014, 18:47 Uhr

Um den Etat zu decken, mussten 86000 Euro aus der Rücklage entnommen werden. so der Finanzausschussvorsitzende Hans-Peter Lütje. Er strich heraus, dass der Verwaltungshaushalt – in ihm sind die konsumtiven Ausgaben der Kommunen zusammen gefasst – mit 9,932 Millionen Euro der größte aller Zeiten ist. „Solche Summen hatten wir nur zu D-Mark-Zeiten“, so der Christdemokrat.

Der Schuldenstand beträgt Anfang des Jahres 4,1 Millionen Euro. „Das ist ne Hausnummer“, so Lütje. Er soll jedoch durch den Verkauf von Grundstücken im Neubau- und Gewerbegebiet zum Ende des Jahres auf 2,6 Millionen Euro sinken.

Im Topf des Vermögenshaushalts von 3,64 Millionen Euro befindet sich auch die Investition in ein neues Löschfahrzeug. Immer wieder waren die Kameraden vertröstet worden. Nun wird das mittlerweile 28 Jahre alte LF8 ersetzt, Kostenpunkt 300000 Euro.

Ab 1. Januar müssen die Appener aber auch höhere gemeindliche Steuern zahlen. Die Grundsteuern A und B für landwirtschaftliche Betriebe sowie Grundstücke steigt von 300 auf 320 Prozentpunkte. Von 320 auf 330 wird die Gewerbesteuer angehoben. Die beiden erstgenannten Belastungen wurden letztmalig 2009, die für Gewerbetreibende 2004 erhöht.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Lorenzen wies darauf hin, dass Appen mit zusätzlich gut 200000 Euro aus dem neuen Finanzausgleichsgesetz profitiert. Ein besseres Energiemanagement der gemeindlichen Liegenschaften ist aus seiner Sicht nicht nur aus Kostengründen, sondern auch für die Umwelt dringend erforderlich. Denn wurde 2013 noch 145000 Euro ausgegeben, so sind es im kommenden Jahr bereits 242000 Euro. Lorenzen regte an, dass man das Thema auf Amtsebene angeht, denn „das Problem dürften sicherlich auch andere Gemeinden haben.“

Die FDP-Fraktionsvorsitzende Jutta Kaufmann hob hervor, dass alle freiwilligen Leistungen bestehen bleiben. Zwei hochkarätige Investionen werden mit der Erweiterung des Gewerbegebietes Hasenkamp und dem Neubaugebiet Bargstücken 2015 realisiert. Alle drei Redner lobten die gute Zusammenarbeit bei der Beratung des Etats.

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