Naturkundliche Führung : Kiek mol an: Seehunde in der Marsch

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In der Haseldorfer Marsch bietet sich ein einzigartiges Naturspektakel: Seit einigen Jahren sind am Elbufer nicht nur diverse Vogelarten, sondern auch Seehunde zu beobachten. Doch mit bloßem Auge sind die Robben kaum zu erkennen. Daher luden Helga und Roland Dilchert sowie Jürgen Prahl vom Naturschutzbund (NABU) Elbmarschen vergangenes Wochenende zum „Seehundkiek“ an der Elbe auf den Wattflächen im Bereich Bishorster Sand ein. Sechs Teilnehmer waren diesem Angebot gefolgt.

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22. Juli 2015, 18:30 Uhr

Auf der kurzen Wanderung vom Treffpunkt zum Deich erläuterte das Ehepaar Dilchert das Seehundvorkommen in der Elbe. „Zwar halten sich die Meeressäuger eigentlich nur in Küstennähe auf, doch wandern sie seit einigen Jahren die Elbe hinauf“, erläuterte Roland Dilchert. Das habe vor allem zwei Gründe: Zum einen erhole sich der Fischbestand in der Elbe seit den 1990er Jahren durch die Reinhaltung des Wasser ständig. Zum anderen erhöhe sich durch die Elbvertiefung der Salzgehalt des Wassers. Dadurch ziehen die Seehunde wieder in die Elbe ein und tummeln sich auch auf Sandbänken in der Haseldorfer Marsch.

Da Naturphänomene wie dieses natürlich nicht vorhersehbar sind, war bis zuletzt nicht klar, ob man überhaupt einen Seehund zu Gesicht bekommen würde. Auf dem Deich angekommen richteten sich alle Augen sofort auf die durch das Niedrigwasser sichtbaren Sandbänke. Doch mit bloßem Auge war nichts zu erkennen. Alle Teilnehmer hielten gespannt den Atem an, während Roland Dilchert die Spektive aufstellte. „Aha. Wir haben gewonnen“, sagte er schließlich triumphierend. Begeistert guckten alle durch die Spektive, mittels derer die Meeressäuger wenn auch klein, aber deutlich zu sehen waren.

Neun Seehunde waren mit Sicherheit auszumachen, eventuell war sogar eine Kegelrobbe dabei. Seehund-Experte Jürgen Prahl war sich nicht ganz sicher. „Man erkennt es an der Schnauzenform und der Fellfarbe“ erläuterte er. Die Robben seien oft an dieser Stelle in der Nähe des Pinnau Sperrwerkes zu sehen. Mit Glück können Deich-Spaziergänger sie durch ein Fernglas beobachten. Mal tauche ein einzelner Seehund auf, mal mache eine Gruppe auf den Sandbänken Rast. „Obwohl man Seehunde oft im Verbund sieht, sind sie Einzelgänger“, erklärte Jürgen Prahl.

Die Führungsgruppe war hellauf begeistert. „Das ist ja spektakulär“, freute sich ein Teilnehmer. Man war sich einig, dass sich der Ausflug auf den Deich definitiv gelohnt habe. Wer die Führung verpasst hat, bekommt im kommenden Jahr erneut die Gelegenheit, Seehunde in der Marsch zu beobachten. Denn der NABU Elbmarschen lädt zweimal jährlich, zum „Seehundkiek“ ein.

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