KGST: Noch sind alle Stellen besetzt

KGST-Leiter Andreas Waldowsky (links) konnte jüngst die Landtagsabgeordnete der Grünen, Ines Strehlau (Mitte), an seiner Schule begrüßen. Gemeinsam besuchten sie unter anderem eine Unterrichtsstunde in der DaZ-Klasse.
KGST-Leiter Andreas Waldowsky (links) konnte jüngst die Landtagsabgeordnete der Grünen, Ines Strehlau (Mitte), an seiner Schule begrüßen. Gemeinsam besuchten sie unter anderem eine Unterrichtsstunde in der DaZ-Klasse.

Während eines Besuchs der Landtagsabgeordneten Ines Strehlau wird deutlich, dass der Fachkräftemangel fast alle Bereiche betrifft

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27. Januar 2018, 16:08 Uhr

Bis 2009 war Ines Strehlau Lehrerin an der Klaus-Groth-Schule in Tornesch. Jüngst kehrte sie in ihrer Funktion als Landtagsabgeordnete an die Bildungseinrichtung zurück. Die Grünen-Politikerin wollte erfahren, welche Probleme und Herausforderungen es gibt und wie die Schule derzeit aufgestellt ist. Insbesondere die Personalausstattung und damit verbunden der Fachkräftemangel war ein Thema. Strehlau betonte, dass es eine vordringliche Aufgabe der Landesregierung sei, den Schulen ausreichend Personal zur Verfügung zu stellen.

Einen Tag nahm sich Strehlau, die innerhalb der Grünenfraktion im Landtag für die Themen Schule und berufliche Bildung zuständig ist, Zeit für ihren Besuch an der KGST. Sie nahm an vier Unterrichtsstunden teil und besuchte abschließend die Robotics-AG, deren Mitglieder mit ihren selbstgebauten Robotern bereits Erfolge bei Turnieren erzielen konnten.

Von den Schülern der DaZ-Klasse, die derzeit die deutsche Sprache lernen, wollte sie wissen, wie sie das Leben in Deutschland empfinden. „Die Menschen sind sehr nett“, antwortete ein Mädchen. Fast alle Schüler der DaZ-Klasse sind aus Kriegs- oder Krisengebieten in die Bundesrepublik geflohen. Entsprechend zeigten sich alle erleichtert, nun in Sicherheit zu sein. „Wir können hingehen wo wir wollen. Es gibt keinen Krieg“, betonte eine Schülerin, die aus Syrien stammt.

Zum Thema Meinungsfreiheit merkte Strehlau an, dass diese nicht selbstverständlich sei, sondern dafür beständig gearbeitete werden müsse, etwa indem man wählen gehe. Die Schüler in der DaZ-Klasse kommen unter anderem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. „Es wäre schön, wenn sie in ihrer Muttersprache schreiben würden“, regte Lehrerin Eva Johänning an. Das würde zur Alphabetisierung beitragen, betonte Johänning.

Ein weiteres wichtiges Thema betrifft die Englischförderung. Deutlich wurde, dass die DaZ-Schüler in diesem Bereich einen großen Nachholbedarf haben. Ob dieser möglicherweise mithilfe verpflichtender Kurse in den Ferien − eine von Schulleiter Andreas Waldowsky geäußerte Idee − aufgeholt werden kann, ist noch unklar.

Waldowsky betonte, dass es für den Lernerfolg der Schüler entscheidend sei, dass ihr Aufenthaltsstatus geklärt ist. „Wenn Abschiebung droht, demotiviert das“, so der Schulleiter. Strehlau betonte, dass sie diesbezüglich auf eine gute Regelung der Bundesregierung hoffe.

Außer der Teilnahme am Unterricht führte Strehlau auch Gespräche mit Elternvertretern und Lehrern. Dabei sei deutlich geworden, dass die Lehrkräfte mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung des Unterrichts benötigen, berichtete die Grünen-Politikerin. Sie verwies auf eine Umfrage, die derzeit ausgewertet werde und Aufschluss über die Belastung der Lehrer bringen soll.


Bedarf an Sonderpädagogen steigt

Da die Landesregierung verstärkt auf inklusive Bildung setzt, also den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern, steigt auch der Bedarf an Sonderpädagogen. Strehlau verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass CDU, Grüne und FDP in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart haben, bis 2024 jährlich 70 neue Stellen für Sonderpädagogen zu schaffen. Die Lehrergewerkschaft GEW hatte dies jüngst kritisiert, da die Umsetzung ihrer Meinung nach zu lange dauere.

Waldowsky machte deutlich, dass derzeit alle Stellen an der Schule besetzt seien, im Zuge des Fachkräftemangels die Themen Seiten- und Quereinstieg aber weiter an Bedeutung gewinnen werden. Mittlerweile gebe es in nahezu allen Bereichen Probleme, qualifiziertes Personal zu finden. Umso mehr freue es ihn, dass es der Schule gelungen ist, zum 1. Februar eine Referendarin für die Fächer Mathematik und Physik zu gewinnen. „Das ist wie ein Sechser im Lotto“, so Waldowsky.

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