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Uetersener Nachrichten

24. August 2017 | 12:51 Uhr

KEKKer Zoff mit dem DRK

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Schweres juristisches Geschütz fährt der DRK-Kreisverband gegen die Initiatorinnen der Selbsthilfegruppe „Krebskranke Eltern kleiner Kinder“ (KEKK), Leena Molander und Dörthe Bräuner auf. Das Copyright für ihr Patenprojekt KEKK Cares nimmt die karitative Organisation für sich in Anspruch. „Richtig fies, was die mit uns machen“, steht für Leena Molander und Dörthe Bräuner fest.

2011 hatten die beiden die Selbsthilfegruppe gegründet. Sie waren an Krebs erkrankt und mussten feststellen, dass es in dieser Situation für Mütter und Väter keine Möglichkeit gibt, sich auszutauschen. Dies wollten sie nach ihrer Genesung mit KEKK ändern. Das Interesse an dem Angebot war so groß, dass Dörthe Bräuner und Leena Molander 2012 eine neue Idee entwickelten. Paten könnten sich um die Kinder in den Familien kümmern, in denen ein Elternteil erkrankt ist. Denn die Kleinen, das wissen die Initiatorinnen aus eigener Erfahrung, kommen in dieser Stresssituation oft zu kurz.

Die Powerfrauen waren persönlich bekannt mit der Leiterin der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen in Rellingen, also suchten sie 2013 dort Unterstützung. Anfangs war es eine Win-win-Situation für beide Seiten. KEKK Cares profitiert von dem DRK-Netzwerk und das Projekt war öffentlichkeitswirksam für den Kreisverband. Unrund wurde die Zusammenarbeit, als die Damen ausgehend von einem Coaching des Wettbewerbs „startsocial“ weitere Ideen entwickelten. Zwar informierten sie das DRK, banden es jedoch nicht in die Umsetzung ein. Die Kritik kam vom Kreisgeschäftsführer Reinhold Kinle, der etwa monierte, dass auf dem Flyer zu einer Lesung mit der Tornescher Autorin Christiane Haacke die Organisation nicht genannt wurde.

Dann wollte das Rote Kreuz KEKK Cares zu einer landesweiten Initiative, Leena Molander und Dörthe Bräuner zu Mitarbeiterinnen des Landesverbandes machen. Der Name sollte sich allerdings ändern. Nach einem Treffen Anfang Januar in Kiel war den ehrenamtlich Tätigen klar: „Es sollte zu einem wirtschaftlichen Projekt werden und das wäre nicht mehr unseres gewesen.“

Sie teilten dem Kreisverband ihr „Nein“ mit. Ihre Aktivitäten, hinzugekommen war mittlerweile die Kindergruppe „Kekke Kids“, wurden in dem neu gegründeten Verein gebündelt. Es kam zu einem letzten Gespräch, während dem die Holmerinnen von Kinle mitgeteilt bekamen, dass das Projekt auf Eis liegt und das DRK es allein fortführen wird, sobald geeignete Personen gefunden wurden. Leena Molander und Dörthe Bräuner nahmen sich den Wedeler Anwalt Mikael Witthuhn, der von „vier, fünf Schriftsätzen“ berichtet, die seitdem hin und her gingen. Im letzten wurde mitgeteilt, dass die Nutzung von KEKK Cares nur mit Genehmigung des Kreisverbandes möglich ist. Verwundert ist der Jurist, dass das DRK auf der Website sowie einem Flyer Leena Molander und Dörthe Bräuner als Initiatorinnen nennt. Die wollen den Streit notfalls vor Gericht ausfechten.

Ärger gibt es auch über zweckgebundene Spenden für KEKK Cares, die das DRK einbehält. Zum Beispiel wurden die Einnahmen aus einem Benefizkonzert bei Bernhardt Apparatebau von den Zweien auf ein DRK-Konto eingezahlt. Für Witthuhn steht fest: „Man sollte doch davon ausgehen, dass das Rote Kreuz mit Spendengeldern verantwortungsvoll umgeht.“ Der Kreisgeschäftsführer war gestern nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen und hat für heute zu einer Pressekonferenz geladen.

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erstellt am 21.Apr.2015 | 21:26 Uhr

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