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Appener Haushalt : Keinen finanziellen Spielraum mehr

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es geht ans Eingemachte. Die Gemeinde Appen wird im nächsten Jahr sämtliche Rücklagen in Höhe von 388000 Euro aufzehren und trotzdem auf einem Haushaltsdefizit in Höhe von 66000 Euro sitzen bleiben. Zudem belaufen sich die Schulden auf 4,1 Millionen Euro.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2013 | 19:07 Uhr

„Wir haben keinen finanziellen Spielraum mehr“, sagte der Vorsitzende des Finanzausschusses Hans-Peter Lütje (CDU) während der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Großprojekte ohne finanziellen Rückfluss könne die Kommune nicht mehr anpacken.

Als belastend führte Lütje die Kreisumlage und die Folgen der Volkszählung an. Die Kommune muss im nächsten Jahr 38000 Euro mehr an den Kreis zahlen. Zugleich erhält sie weniger Zuweisungen, da sie 1000 Einwohner (17 Prozent) weniger als angenommen hat. Zwar schlägt die Differenz im ersten Jahr nur zur Hälfte durch, aber ab 2015 sinken die Zuwendungen um 400000 Euro.

Zum Sparen mahnte daher der SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Lorenzen. Es gäbe noch Potenziale. Außerdem sollte die Gemeinde einen Teil des „Tafelsilbers“ verkaufen. Lütje riet dazu, Immobilien zu veräußern. Allerdings nahm er das Bürgerbüro in der Gärtnerstraße 8 davon aus. Ein Umzug in das Bürgerhaus würde dort bloß Platzprobleme schaffen. Diese Sorge hätten mehrere Appener an ihn herangetragen.

Größere Erträge verspricht die Erweiterung des Gewerbegebiets Hasenkamp. Es gäbe bereits mehr Anfragen als Flächen, so Lorenzen. Das Problem: Die Gemeinde will nicht bloß Kleinunternehmer ansiedeln, die dort günstig ihr Wohnhaus bauen, sondern große Firmen, die Arbeitsplätze schaffen und viel Gewerbesteuer zahlen. „Die FDP möchte, dass wir unsere Grundstücke am Markt anbieten“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Heidrun Osterhoff.

Sorgen bereitet den Gemeindevertretern der Mangel an Baugebieten. „Wir laufen Gefahr, dass junge Appener Familien in Nachbargemeinden ziehen, da Appen keine Grundstücke bieten kann“, warnte Lütje. Osterhoff zufolge stehen am Bargstücken acht Grundstücke zur Verfügung, wünschenswert seien aber 20 bis 30. Das Problem: Grundeigentümer stellen sich quer und wollen nicht verkaufen. Lorenzen mahnte: „Man muss Appenern, die über Flächen verfügen, sagen, dass sie auch in einer Verantwortung stehen.“

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