Volks- und Schulsternwarte Tornesch : Keine Perseiden − und trotzdem viel Spaß in Tornesch

Auch viele Kinder waren zur Perseiden-Beobachtung im Sportpark Torneum erschienen. Sie stellten es sich faszinierend vor, einmal dieses Phänomen am nächtlichen Himmel zu erleben.
Auch viele Kinder waren zur Perseiden-Beobachtung im Sportpark Torneum erschienen. Sie stellten es sich faszinierend vor, einmal dieses Phänomen am nächtlichen Himmel zu erleben.

Bedeckter Himmel verhindert Beobachtung der Sternschnuppen − stattdessen werden Planeten ins Visier genommen.

shz.de von
14. August 2018, 12:00 Uhr

Tornesch | Mit irdischen Genüssen begann die diesjährige Perseiden-Beobachtung des Vereins Regionale Volks- und Schulsternwarte Tornesch (RVST): Es gab Würstchen vom Grill sowie kühle Getränke. Nachdem im vergangenen Jahr das Gelände der Baumschule Sander als Beobachtungsplatz gedient hatte, stand nun ein neuer, großräumiger zur Verfügung, der Sportpark Torneum. Dies war nicht zuletzt dem langjährigen FCU-Mitglied Bruno Thorbeck zu verdanken, der mit großem Geschick die notwendigen Verhandlungen geführt hatte. „Uns gefällt es hier ausgezeichnet“, erklärte der RVST-Vorsitzende Bodo Hübner. Im gleichen Atemzug wies er auf die vielen Menschen hin, die sich am Treffpunkt einfanden. Zum Schluss zählte man zirka 15 Vereinsmitglieder und 50 Gäste – Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche –, die mit dem Teleskop in den Himmel schauen und nach Möglichkeit Perseiden erspähen wollten. Die Wetterbedingungen waren, jedenfalls anfangs, gut.

Bruno Thorbeck mit Enkel Michel: Beide warten mit Spannung darauf, die Perseiden „ins Visier“ nehmen zu können.
Siegfried Schilling
Bruno Thorbeck mit Enkel Michel: Beide warten mit Spannung darauf, die Perseiden „ins Visier“ nehmen zu können.
 

Mit dabei: Michel Thorbeck, der von seiner Urgroßmutter ein Teleskop geschenkt bekommen hatte, das er an einem günstigen Standort aufgestellt hatte. „Ich bin seit einem Jahr Mitglied der Sternwarte“, verriet er. „Heute geht es mir natürlich in erster Linie um die Perseiden. Aber nicht nur. Ich möchte auch, wenn möglich, die Andromeda-Galaxie sowie Saturn und Jupiter beobachten.“ Zum Leidwesen der Hobby-Astronomen zog sich jedoch im Laufe des Abends der Himmel immer mehr zu und aus der Perseiden-Beobachtung wurde nichts. Hübner sprach von einem „Totalausfall“. Das bedeutete aber keineswegs, dass nun alle frustriert nach Hause zurückkehrten. „Wir sind etwa bis Mitternacht geblieben und haben Planeten wie Mars, Jupiter und Saturn ins Visier genommen“, so der Vorsitzende. „Unter dem Strich hat es allen viel gebracht.“ Nächstes Jahr startet ein neuer Versuch.

Partikelstrom zieht an der Erde vorbei

Bei den Perseiden handelt es sich um Partikel, die vom Kometen Swift/Tuttle bei seiner Bahn um die Sonne frei gesetzt werden. Die Erde kreuzt diesen Partikelstrom jedes Jahr in der Zeit Juli/August. Die Staubteilchen treffen dabei mit hoher Geschwindigkeit auf die Atmosphäre und bringen die Luftmoleküle zum Leuchten, die man als Sternschnuppen sieht. Mit etwa 100 Meteoren stündlich ist es der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres, der sich selbst in einer Großstadt gut beobachten lässt. Die erste überlieferte Beobachtung der Perseiden fand vor etwa zwei Jahrtausenden in China statt. In Europa stammt die erste bekannte Beobachtung aus dem Jahr 811. 1835 verfasste der belgische Astronom und Statistiker Adolphe Quetelet einen schriftlichen Bericht über einen Meteoritenschauer im Sternbild Perseus. Er war damit der erste Astronom, der den Radianten des August-Meteoritenschauers mit dem Sternbild Perseus in Verbindung gebracht hat.

Regionale Volks- und Schulsternwarte

Die Regionale Volks- und Schulsternwarte auf dem Dach der Klaus-Groth-Schule in Tornesch trägt nicht von ungefähr diesen Namen – denn sie steht allen offen: Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Sie bietet die Möglichkeit, am großen Teleskop in der Kuppel Himmelsobjekte direkt zu beobachten, wenn die Wetterlage es zulässt. Im Vortragsraum werden Führungen durch das Sonnensystem und die Milchstraße vorgenommen oder in Vorträgen Einblicke in die Tiefen des Weltraums vermittelt. Zudem gibt es Informationen über aktuelle astronomische Himmelserscheinungen wie Finsternisse, Kometen und Sternschnuppen-Schwärme sowie über Neuigkeiten aus der Weltraumfahrt. Der Verein, dem zurzeit 48 Mitglieder angehören, finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge und Sponsoring.

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