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Uetersener Nachrichten

17. Dezember 2017 | 07:59 Uhr

Auslegung : Keine Klage gegen Elbvertiefung

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die drei Elbanrainer-Gemeinden werden nicht gegen die geplante Elbvertiefung juristisch vorgehen. Dies beschlossen die Gemeindevertretungen während ihrer jüngsten Sitzungen. In zwei Dorfparlamenten fiel das Votum einstimmig, in einem mehrheitlich. Nach der Baggeraktionen sollen Containerschiffe mit bis zu 14,5 Meter Tiefgang den Hamburger Hafen anlaufen können.

shz.de von
erstellt am 26.Jun.2012 | 21:28 Uhr

Der Haselauer Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU) hatte sich die Arbeit gemacht, die knapp 2600 Seiten des Planfeststellungsverfahrens wenigstens teilweise durchzuarbeiten. Er achtete besonders auf die Einwände, die die Marschmer bereits im Vorfeld des Verfahrens gemacht hatten. Die Planer seien ihnen in den wesentlichen Punkten gefolgt, erklärt Herrmann während der Sitzung im Haselauer Landhaus.

Auch der Befürchtung wird wenigstens teilweise Rechnung getragen, dass durch die Ausbaggerung das Grundwasser der Marsch versalzt. Die Obstbauern befürchten, dass ihre Plantagen Schaden nehmen. Dazu wird es zwei Dauermessstellen an der Krückau- und der Pinaumündung geben, erklärt er. Herrmanns Schlussfolgerung: „Ich sehe keine Möglichkeit zu klagen.“ Erhebliche Nachteile, die einen Gang vor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gerechtfertigt hätten, sieht das Gemeindeoberhaupt nicht.

Während sich die Haseldorfer Gemeindevertreter nicht lange mit dem Thema aufhielten, entspannte sich in Hetlingen eine intensive Diskussion. „Wir haben vieles erreicht“, erklärte Bürgermeisterin Barbara Ostmeier (CDU) mit Blick auf die Einwände der Marschmer. Das sah Michael Rahn, Fraktionssprecher der Freien Wahlgemeinschaft Hetlingen anders. „Die Sicherheit der Deiche ist gefährdet und unsere Häfen versanden“, sagte der Gemeindevertreter der FW. Dem hielt der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexandré Thomßen entgegen: „Die Auswirkungen der Fahrrinnenanpassung sind gering.“ Vier Freie Wähler stimmten für den Klageweg.

Die naturrechtlichen Belange habe er nicht angefasst, hatte Herrmann während der Sitzung in Haselau erklärt, „weil ich davon zu wenig Ahnung habe“. Dies sieht er als Aufgabe der Naturschutzverbände an. Bund, WWF und Nabu haben bereits angekündigt, gegen die Elbvertiefung zu klagen.

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