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Fünf-Städte-Verein : Keine Flüchtlinge ins Heim

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Mitglieder des „Fünf-Städte-Vereins“ haben sich am Mittwoch versammelt, um einen neuen Vorstand zu wählen. Dieter Schipler aus Uetersen bleibt Erster Vorsitzender, ebenfalls im Amt bestätigt wurde Reinhard Pliquet, Bürgermeister von Neuendeich, der damit Zweiter Vorsitzender bleibt. Doch mit den Wahlen wurde lediglich das Vereinsrecht bedient. Weitaus schwerer wog die anschließende Diskussion über den weiteren Weg der Flüchtlingshilfe, die der Verein dem Kreis Pinneberg angeboten hatte. Mehrere hundert Flüchtlinge sollten in Hörnum zumindest ein Winterquartier erhalten (wir berichteten).

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2015 | 20:44 Uhr

Angedacht war darüber hinaus eine längerfristige Unterbringung, was allerdings dem Charakter des Hauses als Erholungs- und Schullandheim nicht entsprochen hätte. Darauf hatte Schipler hingewiesen. Dennoch sollte die Entscheidung, ob man dem Kreis helfen könne oder nicht, nicht sogleich getroffen, sondern erst das Votum der Gemeindevertretung in Hörnum abgewartet werden. Dort gab es jetzt ein klares Nein. Der Kreis Nordfriesland habe sich, trotz, wiederholter Aufforderungen, bislang nicht geäußert.

„Wir mussten nun die Reißleine ziehen und haben das am Mittwoch auch getan“, so Schipler gestern im UeNa-Gespräch.

Bis Oktober 2016 werde der ganz normale Heimbetrieb weitergeführt. „Wir mussten das auch deshalb tun, weil wir die vielen Buchungsanfragen bestätigen mussten. Wir leben von etwa 80 Prozent Dauerbuchern. Daher mussten wir uns jetzt entscheiden und haben uns für den Charakter des Heimes entschieden.“ Schipler wollte damit nicht ausschließen, dass es in Zukunft erneute Gespräche über die Unterbringung von Flüchtlingen geben wird. Bis zum Oktober 2016 allerdings nicht.

„Es hätte gut gepasst. Wir hatten bei unseren Überlegungen, dem Kreis bei der Flüchtlingsfrage zu helfen, auch daran gedacht, untergebrachte Flüchtlinge zu Multiplikatoren auszubilden. Schulungsräume gibt es im Fünf-Städte-Heim genug“, so Schipler. Diesen Flüchtlingen wäre dann zum Beispiel die Erwartungshaltung der Gesellschaft vermittelt worden. Auch die Mitarbeiter, die gewöhnlich während der Wintermonate ihren Urlaub nehmen, beziehungsweise deren Vertrag zum Herbst ausläuft, wären bereit gewesen, durchzuarbeiten beziehungsweise wiederzukommen, so der Vorsitzende. Das sei jetzt alles Geschichte. Dieter Schipler befindet sich heute in Hörnum, um dort eine Gruppe Ehrenamtlicher zu begleiten, die schon seit mehreren Jahren Freiwilligenarbeit leistet. Die sonst teuer bezahlt werden müsste. Es geht dabei um arbeitsintensive Reparaturen und Renovierungsarbeiten. Das 16-köpfige Gremium aus Uetersen und Umgebung wird sich diesmal unter anderem mit dem Zustand des Terrassenpflasters befassen. Auch der Kleinspielanlage wollen sich die Ehrenamtlichen dieses Wochenende zuwenden.

Schipler: „Ich finde es toll, dass es Idealisten gibt, die für die Jugendlichen tätig werden“.

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