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Uetersener Nachrichten

22. August 2017 | 07:49 Uhr

Wahlkampf : Kein Sankt-Florian-Prinzip

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Torsten Albig, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel und SPD-Spitzenkandidat zur Landtagswahl 2012, schaute gestern in Uetersen vorbei. Albig, der an seiner Seite den SPD-Direktkandidaten Thomas Hölck hatte, machte die Energiepolitik zum Thema des Nachmittages. Der Kerntechnologie und auch der Kohlekraft erteile er für Schleswig-Holstein eine Absage. Wohlwissend, dass es beim Thema Kohle auch innerhalb der Sozialdemokratie andere Auffassungen gebe. Albig plädierte dafür, die Windkraft auszubauen. Er warb für eine flächendeckende Akzeptanz. Das Sankt-Florian-Prinzip dürfe dabei nicht zum Tragen kommen. Die Kulturlandschaft werde sich verändern, doch das müssten die Menschen im Land aushalten. Verwaltungsgerichtsverfahren, der Kampf um jede Scholle, gefährde den Erfolg der Energiewende. Albig plädierte dafür, auf die Menschen zuzugehen, um einen möglichen, standortgefährdenden Dauerkonflikt zu vermeiden.

Als Ministerpräsident wolle er sich stark machen für einen universitären Lehrstuhl für Speichertechnologie. Denn Speichertechnik sei ein ganz wichtiges Moment bei der Energiewende. Dort müsse noch vieles entdeckt werden. Ein weiteres energiepolitisches Thema bildete der Bereich des Wohnungswesens. Thomas Hölck sagte, dass, wer Energie einsparen wolle, um das Dämmen seines Hauses nicht herumkomme. Das Problem dabei: Wer als Eigentümer von Mietwohnungen gut dämme, könne die Kosten an die Mieter weiterreichen. Sozialämter und die Argen aber würden nur bestimmte Miethöhen akzeptieren und Hartz-IV-Empfänger aus solchen Wohnungen herausnehmen. Daher müsse eine SPD-geführte Landesregierung die Mietobergrenzen heraufsetzen. Dann sei kein Verweis mehr möglich.

Niels Peter Rühl und Peter Kelting von der Bürgerinitiative Haseldorfer Marsch (BI) wollten von Torsten Albig wissen, wie er zu den geplanten Kohlekraftwerken in Brunsbüttel und Stade steht.

Albig und auch Hölck unterstrichen, dass sie ohne Kohle auskommen wollten. Doch ob zum Beispiel das geplante Kohlekraftwerk in Stade noch verhindert werden könne, konnten beide nicht beantworten. Dafür müsste die SPD erst einmal an der Regierung sein. Dann könne Einblick in die Genehmigungsakten genommen werden. Die BI-Vertreter luden Albig ein, sich bei ihnen sachkundig zu machen. Der Spitzenkandidat nahm das Angebot dankend an.

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erstellt am 27.Apr.2012 | 21:32 Uhr

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