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Uetersener Nachrichten

24. August 2017 | 05:39 Uhr

Arbeitsmarkt : Kein Mangel, aber ein Engpass

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Zeiten, in denen Betriebe am Arbeitsmarkt dank Heerscharen von Arbeitslosen eine große Auswahl an geeigneten Mitarbeitern und insbesondere Fachkräften hatten, sind endgültig vorbei. Jedenfalls im Kreis Pinneberg ist dies der Fall. Über dieses Thema informierten sich am vergangenen Montag die Kieler Landtagsabgeordneten Barbara Ostmeier, Bürgermeisterin von Hetlingen, und Peter Lehnert, Vorstandsmitglied der CDU-Landtagsfraktion.

Zusammen mit Agenturchef Thomas Kenntemich und Gerold Mellem, dem Geschäftsführer des Jobcenters, erörterte man einige wichtige Themen: Festgestellt wurde, dass es in einigen Bereichen zwar keinen Fachkräftemangel gebe, man dennoch von einem gewissen Engpass sprechen müsse. Diesen Engpass erfahren derzeit vor allem Betriebe, die auf der Suche nach Fachkräften aus den folgenden Branchen sind: Elektroberufe, Anlagenmechaniker, metallverarbeitende Berufe, Sanitär/Heizung/Klima, Gesundheit/Altenpflege und teilweise auch im Bereich von Erziehern und dem sozialpädagogischen Bereich.

„Die Betriebe sind mehr und mehr gefordert, lukrative Angebote zu machen“, sagte Thomas Kenntemich mit Hinblick auf den Umstand, dass die Zahl der Pensionierungen in der nächsten Zukunft jene der Schulabgänger übersteigen wird. Für Peter Lehnert und Barbara Ostmeier war es wichtig, den jungen Menschen und vor allem aber auch den Elternhäusern aufzuzeigen, dass eine handwerkliche Ausbildung keineswegs „weniger wert“ ist, als ein Studium. „Man muss den Menschen zeigen, wie viele Qualifizierungsmöglichkeiten es nach Abschluss einer Berufsausbildung gibt“, so Lehnert.

Nach wie vor „Sorgenkind“ der Arbeitsagentur sind die über 50-jährigen Arbeitslosen. Ihre Zahl stieg auch im Kreis Pinneberg im Vergleich zum Vorjahr um rund 7,7 Prozent an. „Die einzige Personengruppe, bei der die Arbeitslosigkeit nicht gesunken ist, ist die Gruppe der Älteren. Dort liegt viel Potenzial für die Betriebe brach“, sagte Gerold Mellem und fügte hinzu: „Bei den Unternehmen muss ein Umdenken stattfinden, auch ältere Menschen durch entsprechende Qualifizierungen wieder fit für den Arbeitsmarkt zu machen.“ Thomas Kenntemich wies aber darauf hin, dass nicht nur die Arbeitgeber gefordert seien. Auch die Arbeitslosen müssten sich Gedanken darüber machen, wie der „eigene Marktwert“ gesteigert werden könnte.

Viele Eindrücke für die beiden Abgeordneten, die sie nun mit nach Kiel nehmen wollen. Denn in vielen Fragen muss auch die Politik ran.

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erstellt am 11.Mär.2013 | 21:24 Uhr

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