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Uetersener Nachrichten

22. November 2017 | 08:47 Uhr

Kein Geld für Kindergartenplätze

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Neubaupläne Groß Nordende muss Tagesstätte dringend erweitern, kommt aber mit den Kosten von einer Million Euro nicht klar

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Groß Nordendes Gemeindevertreter haben die dringend notwendige Entscheidung über eine Erweiterung der Kindertagesstätte zunächst vertagt. Grund: Ein Neubau ist für die Gemeinde nicht finanzierbar, und für einen Anbau fehlt der Platz. Nun soll ein externes Planungsbüro belastbare Zahlen liefern, bevor die Fraktionen erneut in die Beratung gehen.

Dass es schwierig werden würde, war den Politikern offenbar klar. Auch deshalb war eine Arbeitsgruppe gebildet worden, die sich für einen Neubau der unter dem Namen Kinderstube bekannten Einrichtung ausgesprochen hat. Eine grobe Schätzung ergab Kosten in Höhe von 1,08 Millionen Euro für zwei Betreuungsgruppen und einen Bewegungsraum. Das Geld hat die Gemeinde nicht. Entsprechend groß waren die Vorbehalte der Gemeindevertreter.


Darlehen in Höhe von einer Million Euro?


GuB-Fraktionsvorsitzender und Finanzausschusschef Klaus Wedde warnte vor den laufenden Kosten. „Wir haben jetzt Betriebskosten in Höhe von 22  500 Euro für die eine Gruppe. Bei zwei Gruppen würde sich eine Unterdeckung in Höhe von etwa 85  000 Euro jährlich ergeben. Dazu kommen die laufenden Ratenzahlungen für den Kredit. Das gibt unser Haushalt nicht her“, sagte er. Im Raum steht ein Darlehen über eine Million Euro. Je nach Laufzeit ergeben sich daraus Kosten zwischen knapp 40  000 und 50  000 Euro. „Ich habe große Bauchschmerzen mit den Kosten“, sagte Bürgermeisterin Ute Ehmke (GuB).

Allerdings besteht Handlungsbedarf. Gemeindevertreter Peter Hormann (GuB) rechnet damit, dass der Platz im Kindergartenjahr 2017/2018 noch reicht. „Aber danach geht es nicht mehr“, sagte er. Grund: Dann steigt die Zahl der zu betreuenden Kinder von aktuell 20 auf 38. „Wir müssen handeln, damit unsere Kinder nicht außerhalb der Gemeinde untergebracht werden“, stellte Birgid Rohwer, Vize-Fraktionsvorsitzende der AKWG, fest. Allerdings sind Betreuungsplätze auch in den Nachbarorten wie etwa Uetersen knapp. Entsprechend groß ist die Sorge der Politiker vor den Folgen für die berufstätigen Eltern. Welche Lösung es für das Problem geben kann, ist noch völlig offen. „Wir haben in der Vergangenheit eigentlich immer eine clevere Alternative gefunden. Aber bei diesem Thema fällt mir nichts mehr“, machte Klaus Wedde die allgemeine Ratlosigkeit deutlich.

Weil sich die Fraktionen insbesondere von Land und Bund bei dem Thema allein gelassen fühlen, soll nun versucht werden, in Gesprächen mit den Landtagsabgeordneten eine Lösung zu finden.

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