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Uetersener Nachrichten

24. Oktober 2017 | 02:54 Uhr

Zweckverband : Kein Breitband für die Dörfer?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Harte Bandagen werden bei dem Streit um die Gründung eines Zweckverbandes für die Breitbandversorgung der Dörfer von Marsch und Geest angelegt. Mit juristischem Druck ist es der Stadt Quickborn gelungen, eine Abstimmung während der Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbandes (AZV) Pinneberg am Montag, 17. Dezember, zu verhindern. Ab 16.30 Uhr sollte im Sitzungssaal des Hetlinger Klärwerkes darüber abgestimmt werden, ob sich der AZV an der zu gründenden Breitband-Zweckverband (BZV) beteiligt.

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2012 | 21:01 Uhr

„Es gibt da noch ein paar Unklarheiten“, gibt sich der Quickborner Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) zurückhaltend. „Entscheidungen sollten eigentlich einvernehmlich fallen“, so der Klärwerks-Geschäftsführer Lutz Altenwerth. Deswegen werden im kommenden Jahr „Gespräche mit Menschen“ geführt.

Köppl hatte bereits zusammen mit seiner Elmshorner Kollegin Brigitte Fronzek (SPD) Druck in der Verbandsversammlung gemacht, so dass das kommunale Unternehmen seine Aktivitäten in der „azv Südholstein Breitband GmbH“ einstellte. Die Politiker sahen finanzielle Risiken. Als Ausweg, so die Idee des Verbandsvorstehers Roland Krügel (CDU), könnte der Zweckverband gegründet werden.

Ursprünglich sollte der BZV zum 1. Januar starten. Einen Zeitplan hat Altenwerth derzeit aber nicht.

Aus Köppls Sicht sollte der AZV Geschäftsführerfunktion übernehmen, aber nicht Mitglied des Breitband-Zweckverbandes werden. „Ohne den AZV geht es nicht“, hält der Haselauer Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU) dagegen. Deswegen seien die Pläne „gefährdet“, Glasfaser in Neuendeich, Groß Nordende, Haseldorf oder Haselau zu verlegen. Herrmann sieht die Auseinandersetzung grundsätzlicher. Aus seiner Sicht gibt es kein Einvernehmen zwischen Stadt und Land mehr, was sich in verschiedenen Bereichen wiederspiegelt, etwa dem Landesentwicklungsplan.

Ohne schnelle Internetverbindungen sei es schwer, Gewerbe anzusiedeln und Neubürger ins Dorf zu locken, erklärt das Gemeindeoberhaupt. Die würden dann in die Städte ziehen. Der Christdemokrat erinnert daran, dass Quickborn und Elmshorn anfangs keinerlei Bedenken gegen die Aktivitäten der Klärwerker hatten, die kleinen Dörfer mit schnellem Internet zu versorgen. „Dann haben sie jedoch gemerkt, dass der AZV mit seinen Breitbandaktivitäten ein ernst zu nehmender Mitbewerber ihrer Stadtwerke ist“, erklärt Herrmann.

Die sind ebenfalls auf dem Telekommunikationsmarkt aktiv, dabei aber nicht besonders erfolgreich.

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