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Einweihung : „Kartoffeln mit Stippe“ brachte ihr Ruhm

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Rund 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren am Dienstag der Einladung von Klosterprobst Hubertus Graf von Luckner gefolgt und hatten sich in der renovierten Priörinnenscheune, die seit geraumer Zeit als Kunst- und Kulturraum dient, versammelt. Unter den Gästen, die vom Probsten namentlich begrüßt wurden, waren Bürgervorsteher Adolf Bergmann, Bürgermeisterin Andrea Hansen, Dr. Dirk Jonkanski vom Landesamt für Denkmalpflege, Dr. Christian Schröder von der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landschaft, Vertreter der Volksbank Pinneberg-Elmshorn, der Sparkasse Südholstein, Handwerker, die an der Renovierung der Scheune mitgewirkt hatten, Mitglieder der Arbeitsgruppe Klostertage sowie Angehörige der Gesellschaft der Freunde des Klosters Uetersen.

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erstellt am 23.Sep.2015 | 18:02 Uhr

Von Luckner freute sich, neben den Initiatoren der Idee, die alte Scheune als Kulturraum nutzbar zu machen, auch Vertreter willkommen heißen zu können, die durch finanzielle Zuwendungen die dringend erforderliche Renovierung insbesondere der Scheunennordseite möglich gemacht haben. Unter Einbeziehung denkmalpflegerischer Anregungen wurde die Fassade gerichtet, neu verputzt und so vorerst vor dem Verfall gerettet.

Finanziell war das kein leichtes Unterfangen. Spender konnte es nicht genug geben. 2014 verstarb, im 92. Lebensjahr, Ilse Gräfin von Bredow, eine Konventualin des Klosters, also eine Stiftsdame, die im Kloster theoretisches Wohnrecht genoss, es jedoch vorgezogen hatte, eine Wohnung in Hamburg anzumieten.

Die Stiftsdame wuchs im Forsthaus von Lochow im Havelland auf. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges floh ihre Familie aus Brandenburg nach Niedersachsen.

Gräfin von Bredow arbeitete für Zeitungen und Magazine als freiberufliche Mitarbeiterin und schrieb Reportagen sowie Kurzgeschichten. Reich werden konnte sie damit nicht.

Ihr schriftstellerischer Durchbruch gelang ihr mit dem Buch „Kartoffeln mit Stippe“, das 2002 auf den Markt kam und für viele Monate die Spiegel-Bestsellerliste anführte. Von ihrem schriftstellerischen Können berichtete Elsa Plath, die alle 20 Bücher der Gräfin besitzt. Die Konventualin wurde auf dem Klosterfriedhof bestattet. Einen Teil ihres Vermögens (sechsstellige Summe) vermachte sie dem Kloster, verbunden mit der Auflage, es der Bewahrung des Historischen zukommen zu lassen.

Mithilfe des Geldes konnte nicht nur der „Körper“ der Scheune erhalten, sondern auch die „Seele“ dieser mit neuem Leben erfüllt werden. So zogen eine moderne Beleuchtung, sanitäre Einrichtungen und weiter Behagliches in das Gebäude ein, was den Klosterprobsten nun dazu veranlasste, den Geist der Verstorbenen in der Scheune zu verewigen. Die Priörinnenscheune heißt nun „Gräfin-Bredow-Scheune“.

Die Einweihung und die Namensgebung wurden musikalisch von Gambistin Simone Eckert begleitet. Sie gehört der „Hamburger Ratsmusik“ an, einem Ensemble mit 500jähriger Geschichte.

Bevor es galt, sich an den bereitgestellten, kulinarischen Genüssen zu erfreuen, gab es seitens des Klosterprobsten zwei Hinweise. Zum einen erklärte er, dass es im Kloster immer etwas zu restaurieren gebe, 2016 sei das Vorwerk dran, zudem informierte von Luckner, dass am kommenden Sonntag das nächste Konzert in der Scheune stattfinde, das von 17 Uhr an von Pianistin Anne Clasen gestaltet werde.

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