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Umplanung : Kann der Generationenpark noch gerettet werden?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Mit deutlichen Änderungen soll der Generationenpark am Neuen Weg doch noch realisiert werden. Weniger Reihenhäuser als bisher geplant sind für Senioren vorgesehen. Durch den Verkauf von Grundstücken an junge Familien soll Geld in die Gemeindekasse gespült werden.

shz.de von
erstellt am 23.Aug.2012 | 20:23 Uhr

Bürgermeister Uwe Schölermann und der Finanzausschussvorsitzende Helmut Schübbe (beide CDU) stellten das neue Konzept während der jüngsten Bauausschusssitzung im Haseldorfer Hof vor.

Sie präsentierten drei Varianten. Der Bau von 40 seniorengerechten Häuschen, wie es bisher geplant war, stuften die Beiden als finanziell zu risikoreich für die Gemeinde ein. Ein neuer Investor konnte nicht gefunden werden.

Variante zwei sieht den Verkauf der gesamten erschlossenen, aber noch nicht bebauten Fläche am Neuen Weg an junge Familien vor. Dadurch würde die Gemeinde zwar klotzig Kasse machen, doch für Senioren wäre dann kein Platz mehr. Die Idee des Generationenparks, in dem Jung und Alt nebeneinander leben, wäre ad acta gelegt. Schölermann und Schübbe sprachen sich für Variante drei aus. Danach sollen nur noch 18 Reihenhäuser für Senioren gebaut werden. Anfangs war auf dem gesamten Gebiet am Neuen Weg Betreutes Wohnen für ältere Haseldorfer vorgesehen. Nun bliebe nur noch rund ein Fünftel für barrierefreies Leben übrig.

Der größere Teil der noch unbebauten Fläche verkauft die Gemeinde an junge Bauwillige. Elf Bauplätze werden so ausgewiesen. Durch die Einnahmen aus dem Verkauf sowie ein Zuschuss durch die AktivRegion könnte dann auch noch ein Dorfgemeinschaftshaus gebaut werden.

Doch es gibt einige Probleme. So darf die Gemeinde nach dem Verdikt der Landesplanung frühestens 2016 neue Bauplätze ausweisen. Mit Kiel müsse gesprochen werden, so Schölermann, ob dies nicht früher geschehen könne. Die Landesplanung ist nach dem Regierungswechsel nicht mehr im Innenministerium, sondern bei Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) angesiedelt.

Und es müssen Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau ins Seniorenwohnen fließen. Die Programme seien hoffnungslos überzeichnet, gab Bauausschussmitglied Thomas Hölck (SPD) zu Bedenken. Die Mittel kämen von der Investitionsbank. Schölermann und Schübbe rechnen fest mit einem zinsgünstigen Kredit von dieser Bank.

Und der Bürgermeister möchte sich absichern, ob die Pläne die Zustimmung der Kommunalaufsicht finden, die unter anderem die Haushalte genehmigt. Mit der Kreisbehörde sei man im Gespräch, erklärte Schölermann.

Sollte eines der Probleme nicht gelöst werden, steht der Generationenpark endgültig auf der Kippe.

Fragen zur Finanzierbarkeit

„Alles ein bisschen neu“ sei, so urteilte der Bauausschussvorsitzende Gerhard Koopmann, was Bürgermeister Uwe Schölermann und der Finanzausschussvorsitzende Helmut Schübbe (alle CDU) zum Generationenpark vorstellten. Mit weiteren Äußerungen hielten sich die christdemokratischen Ausschussmitglieder allerdings zurück. Koopmann und Heinz Lüchau sagten nur, dass am Neuen Weg etwas passieren müsse.

„Das alte Konzept ist nicht realisierbar“, befand das Bauausschussmitglied Thomas Hölck (SPD). Deswegen sei es gut, sich Gedanken zu machen. Kritik äußerte er allerdings an der Form. „Selbst für kleine Punkte bekommen wir Sitzungsunterlagen“, sagte er, „nur hier nicht.“

Die Ausschussmitglieder sollten allein auf Grund der von Schölermann und Schübbe während der Sitzung gezeigten Power-Point-Präsentation entscheiden. „So geht das nicht“, urteilte Hölck.

Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende fragte, ob die Gemeinde die hohen Investionen überhaupt leisten könne. Im Blick hatte er dabei das 209000-Euro-Loch im aktuellen 1,97-Millionen-Euro-Haushalt.

Die Frage der Finanzierbarkeit warf auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Boris Steuer. „Uns fehlt jedwede Kalkulationsgrundlage“, kritisierte er. Spätestens bis zur entscheidenden Gemeindevertretersitzung am 11. September mahnte Steuer „eine detaillierte Analyse“ an. Dies wurde ihm von Schölermann und Schübbe zugesagt.

Zwar hatten die beiden Christdemokraten Zahlen zu den drei Varianten vorgelegt. Eine Diskussion darüber bog der Bürgermeister allerdings mit den Hinweis ab, dass dies Sache des Finanzausschusses sei. Der tagt am 30. August ab 18.30 Uhr im Haseldorfer Hof. Mit den vier Stimmen der Christdemokraten und gegen die des Sozialdemokraten Hölck wurde grundsätzlich empfohlen, den Flächennutzungs- sowie den Bebauungsplan für den Bereich der Seniorenhäuschen zu ändern. Details sollen nun ausgearbeitet werden.

Allerdings können sich die Ausschussmitglieder jetzt nicht noch einmal informieren, worüber sie abgestimmt haben. Die Power-Point-Präsentation von Schölermann und Stübbe ist nicht an die Politiker verteilt worden.

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