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Uetersener Nachrichten

19. Oktober 2017 | 04:10 Uhr

Ausbildung : Kampf gegen Ebola startet in Appen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Bundeswehr hat in Appen ihr deutschlandweit einziges Ausbildungslager für Kämpfer gegen Ebola aufgeschlagen. In der Unteroffizierschule der Luftwaffe bereiten Militärkräfte seit Montag 33 Helfer aus den eigenen Reihen auf einen Einsatz in Westafrika vor. Die Streitkräfte wählten den Standort aufgrund der Nähe zum Bundeswehrkrankenhaus Hamburg, dem einzigen mit einem tropenmedizinischen Fachbereich.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 19:38 Uhr

Ab November sollen die Freiwilligen in der Hauptstadt von Liberia, Monrovia, unter Leitung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ein Ebola-Behandlungs-Zentrum mit 100 Betten aufbauen. Das Militär kooperiert in dieser Form erstmals mit der Hilfsorganisation, sagte Dirk Kamm, Chef des DRK-Katastrophenmanagments.

Für die Betreuung eines Zentrums dieser Größe rechnet die Weltgesundheitsorganisation mit einem Bedarf von 300 Kräften.

90 Prozent davon sollen Kamm zufolge das liberianische Rote Kreuz stellen. Er vermutet, dass es monatlich etwa 30 bis 40 internationale Helfer anfordern wird, die zur Hälfte durch das Militär und das DRK gestellt werden sollen.

In Appen wird der Sanitätsdienst der Bundeswehr bis Sonnabend, 22. November, vier Lehrgänge ausrichten. Zunächst sollen bis zu 160 Helfer, sowohl Soldaten als auch zivile Angestellte des Militärs, auf den Einsatz vorbereitet werden. Jeder Teilnehmer durchläuft innerhalb von fünf Tagen sieben Ausbildungsmodule. Auf dem Stundenplan stehen die Infektions- und die Seuchenbekämpfung, das Arbeiten unter Schutzanzügen, Landeskunde, Kenntnis der anderen Hilfsorganisationen und der Sicherheitslage sowie Techniken zur Stressbewältigung.

Die Freiwilligen setzen sich aus Ärzten, Krankenpflegern, Handwerkern und Ingenieuren zusammen. Die medizinischen Kräfte und das sogenannte Unterstützungspersonal werden unterschiedlich geschult. Die einen sollen infizierte Patienten behandeln. die anderen den Krankenhausbetrieb technisch gewährleisten, aber auch Leichen einsammeln und Ebola-Patienten einliefern.

Die Bevölkerung wird die Soldaten als DRK-Mitarbeiter wahrnehmen. Sie reisen daher unbewaffnet aus, teilte der Ausbildungskoordinator Oberstleutnant Tobias Limmer mit. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte vor einem Monat die Bundeswehr zur freiwilligen Hilfe aufgerufen. Mehr als 3000 Menschen hatten sich nach Angaben des Ministeriums gemeldet, darunter auch zivile Bürger. Sie verwies das Militär an das DRK, das seine Kräfte seit drei Wochen in Würzburg ausbildet.

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