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Uetersener Nachrichten

23. Juni 2017 | 02:07 Uhr

K 22-Brücke wird komplett saniert

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

bauausschussZahlreiche Beschädigungen am Bauwerk über den Ohrtbrookgraben werden behoben / Beginn der Arbeiten unklar

Es klingt im ersten Moment skurril: Gut 43  000 Euro kostet die komplette Sanierung der Brücke über den Ohrtbrookgraben, mehr als 44  000 Euro werden hingegen fällig, wenn lediglich unbedingt erforderliche Maßnahmen für die Verkehrssicherheit umgesetzt werden. Die Auflösung dieses scheinbaren Widerspruchs gab es während der jüngsten Sitzung des Tornescher Bauausschusses, in der die Politiker grünes Licht für die Komplettsanierung gaben.

Zwei Varianten stellte Verwaltungsmitarbeiterin Karen Röseke den Politikern vor. Bei der ersten wird das marode Bauwerk im Zuge der Kreisstraße 22 komplett saniert. Variante 2 sieht lediglich sofort erforderliche Sicherheitsmaßnahmen vor. Dazu zählen die Einengung der Fahrbahn auf eine Spur mithilfe fester Hindernisse, der Einsatz einer Ampelanlage und die Begrenzung der Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer. 43  217 Euro für Variante 1 stehen dabei 44  574 Euro für Variante 2 gegenüber. Nicht nur Susanne Dohrn (SPD) leuchtete das nicht ein. „Die Ampelschaltung ist so teuer“, erläuterte Röseke. Und die Kosten könnten sogar noch steigen, denn kalkuliert hat die Verwaltung mit einer Einsatzdauer von 18 Monaten. Dass die K22 bis dahin fertiggestellt ist, sei allerdings äußerst unwahrscheinlich, waren sich die Anwesenden einig. Kleinere Sanierungsarbeiten würden aber auch bei der zweiten Variante durchgeführt, betonte Bürgermeister Roland Krügel (CDU).

Für die Ausschussmitglieder bestand kein Zweifel, dass die komplette Behebung aller Schäden die logische und sinnvolle Entscheidung ist. „Eine Einengung können wir ausschließen, dafür ist die Straße viel zu wichtig“, sagte der Ausschussvorsitzende Henry Stümer (CDU). Und SPD-Vertreter Klaus Früchtenicht betonte: „Wenn die Maßnahme nicht richtig durchgeführt wird, leiten wir zusätzlichen Verkehr ins Kerngebiet. Das ist nicht zumutbar.“

Inklusive Ingenieurhonorar und Sicherheitsmaßnahmen belaufen sich die Kosten für die Sanierung auf zirka 55  000 Euro. Bereitstellen muss die Stadt allerdings nur Haushaltsmittel in Höhe von 40  000 Euro, denn von den 17  900 Euro, die Tornesch vom Kreis Pinneberg pro Jahr für die Unterhaltung der Kreisstraßen erhält, stehen noch 15  500 Euro zur Verfügung. Dennoch muss die Anfang April beschlossene Sanierung der Asphaltdecke der Pommernstraße um ein Jahr verschoben werden.

Verkehrsteilnehmer müssen während der Sanierungsarbeiten an der Brücke mit Einschränkungen rechnen. Doch der Zeitraum sei überschaubar, es komme zu keinen langfristigen Behinderungen, so Röseke. Vorteil sei zudem, dass die K  22 weiterhin zweispurig befahren werden kann, betonte die Verwaltungsmitarbeiterin, die gestern noch keine Angaben zum möglichen Baubeginn machen konnte.


Unterspülungen und ein Riss


Anfang Mai war bekannt geworden, dass an der Brücke Schäden bestehen (wir berichteten). Mittlerweile steht fest, dass es sich dabei unter anderem um seitliche Unterspülungen, Betonabplatzungen, einen Riss in der Bauwerksmitte sowie Beschädigungen an der Absturzsicherung handelt. Trotz Sanierung ist das Ende der Brücke übrigens absehbar. Denn im Zuge des K  22-Ausbaus wird es eine neue Querung über den Ohrtbrookgraben geben.

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erstellt am 15.Jun.2017 | 16:10 Uhr

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