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Uetersener Nachrichten

23. Oktober 2017 | 09:16 Uhr

Erziehung : Jungs brauchen mehr Aufmerksamkeit

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Auf Einladung des Schulvereins ist Torsten Heuer, Diplom-Sportlehrer aus Malente, kürzlich zum dritten Mal in der Uetersener Birkenallee-Grundschule gewesen. Mitgebracht hatte er einen Vortrag zum Thema „Hilfen für unsere Jungen“.

shz.de von
erstellt am 20.Mär.2012 | 22:34 Uhr

Wie können wir Jungen fördern? Was unterscheidet Jungen von Mädchen? Was sollte ich erzieherisch berücksichtigen? Welche Bedeutung haben Mütter und Väter? Wie kommt es zu aggressivem Verhalten, und wie reagiere ich? Die Anwesenheit von rund 100 Eltern zeigte, dass der Bedarf nach Antworten groß war.

Ein Schwerpunkt der Arbeit von Torsten Heuer sind pädagogische Hilfestellungen. Unter diesem Aspekt ist er häufig in Schulen unterwegs, wenn es sich um Themen der „Provokanten Grenzüberschreitungen“ und/oder des „Aggressiven Verhaltens“ handelt. Der Freiberufler arbeitet vorwiegend im Bereich der Aus- und Fortbildung. Seine Themen haben das Ziel, Kinder zu fördern, die Wahrnehmungs- und/oder motorische Defizite haben. Da daraus nicht selten auch Lernprobleme oder Verhaltens-Originalitäten entstehen, sind auch solche Angebote in seinem „Portfolio“ zu finden. Jungen seien Körpertypen. Schulen müssten daher, so der Referent, mit Tobe-Ecken ausgestattet sein. Davon gebe es heute aber leider viel zu wenige. Jungen benötigten fünfmal mehr Beachtung als Mädchen und würden sich über Rekorde definieren. Daher gebe es in Jungengruppen stets auch einen Anführer. Den müsse man, wolle man solche Cliquen trainieren, erzieherisch ansprechen.

Ganz wichtig, so Heuer: Jungen benötigten Vorbilder und Idole. Doch heute gebe es keine Cowboys und Indianer mehr, denen man nacheifern könne. Heute gebe es Figuren, die geeignet seien, Kindergehirne zu verrohen. Auch die Medien hätten ihren Anteil daran. Wer von „brutal billig“ rede, meine eigentlich „enorm günstig“, sagt es nur nicht. Jede Entwicklungsstufe der Kinder habe ihre eigene Sprache. Wenn „obere“ (Erwachsene) Ebenen beim Erziehungsversuch in die Ebenen der Kinder einbrechen würden, fördere es lediglich das Aggressionspotenzial. Kinder sollten für Eltern daher keine „Kids“ oder „Kiddies“ sein, sondern auch sprachlich „Kinder“ bleiben. Heuer riet den Anwesenden, bei der Erziehung den Jungen (das funktioniert auch nach der Pubertät) mit Höflichkeit zu begegnen. Höflichkeit sei eine Waffe gegen Aggression. Zum Thema Gewalt bei der Erziehung sagte der Referent, dass diese in der Lage sei, Beziehungen zu zerstören. Gewalt wirke nur kurzfristig. Vom Schulverein gab es Blumen und die Hoffnung, dass der Pädagoge einmal wiederkomme, Vorträge habe er ja genug ausgearbeitet.

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