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Uetersener Nachrichten

21. August 2017 | 06:48 Uhr

Jung, engagiert und voller Tatendrang

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Alle sind 18 Jahre alt, haben gerade ihr Abitur gemacht und wollen erst einmal nicht mehr lernen, sondern sich lieber um den Naturschutz kümmern. Für die Nabu-Schutzgebietsbetreuung in Haseldorf engagieren sich seit ein paar Tagen Isabel Derichs, Theresa Klene, Simon Conze und Felix Klein.

Simon Conze kommt aus Münster und wollte „was Praktisches machen“. In der Nähe seines Heimatortes gibt es ein EU-Vogelschutzgebiet, in dem sein Interesse geweckt wurde. Was er bisher in Haseldorf gesehen hat, ist umfangreicher und sehr beeindruckend. Er peilt nach dem Freiwilligen ökologischen Jahr ein Medizinstudium an. Simon Conze nennt die Natur- und Tierfotografie als sein Hobby. Er hat schon eine Ausstellung mit seinen Bildern organisiert.

Mit dem Fotoapparat jagt auch Isabel Derichs gern das Federvieh. Die Hessin aus Nauenheim hatte Biologie als Leistungskurs und wird es wohl auch studieren. In der Schule engagierte sie sich zudem in einer „Globe-AG“. „Schulen auf der ganzen Erde analysieren Gewässerproben und erfassen Wetterdaten“, berichtet Isabel Derichs. Man tauscht sich dann aus und vergleicht die Ergebnisse.

Aus Hanshagen in Mecklenburg-Vorpommern kommt Theresa Klene. „Da ist die Landwirtschaft wichtig“, erklärt sie. Etwa habe sie im Sommer beim Milchbauern geholfen. Aktiven Umweltschutz gebe es nicht. Während eines Praktikums im Forstamt kam sie auf die Idee eines FÖJ. In Haseldorf will sie sich weiterentwickeln und Wissen sammeln. Engagieren sich die Drei im Freiwilligen ökologischen Jahr, so ist Felix Klein der „Bufdi“. „Wir hatten keine geeigneten Bewerber für den Bundesfreiwilligendienst“, erklärt der Nabu-Schutzgebietsbetreuer Uwe Helbing. Klein, der sich fürs FÖJ beworben hatte, wurde deswegen gefragt, ob er auch als Bufdi in Haseldorf arbeiten wolle.

„Ich wollte raus aus der Stadt“, erklärt der Bielefelder. Naturschutz interessiere ihn, engagiert habe er sich bisher aber noch nicht. Geisteswissenschaften will Felix Klein anschließend studieren. Welche Fächer er wählen wird, entscheidet sich im Laufe des kommenden Jahres.

Auf eines werden die Vier allerdings verzichten müssen, was zumindest einer der Teilnehmer der Vorgängerjahrgänge noch erleben durfte. Da keiner Portugiesisch spricht, wird der Tripp nach Brasilien mit der Arbeit im Rahmen des Meeresschildkröten-Schutzprogramms diesmal ausfallen.

Ein Jubiläum kann man übrigens beim Haseldorfer Naturschutzbund mit diesem Jahrgang feiern. Seit 20 Jahren engagieren sich junge Leute für deie Schutzgebietsbetreuung, anfangs als Zivildienstleistende, später auch im Rahmen des Freiwilligen ökologischen Jahres und des Bundesfreiwilligendienstes.

Zwei Argumente: Die schöne Natur und die Nähe zu Hamburg Übers Internet sind alle vier Neuen der Nabu-Schutzgebietsbetreuung auf Haseldorf gestoßen. Es gibt eine bundesweite Website für das Freiwillige ökologische Jahr, die sie jedoch negativ sehen. „Irgendwann kommt man auf eine Seite für Schleswig-Holstein“, berichtet Simon Conze, „und die ist viel, viel besser.“ Einige interessierten sich für das hiesige FÖJ, weil sie schon mal an Nord- oder Ostsee Urlaub gemacht hätten und es gut fanden, berichtet der Schutzgebietsbetreuer Uwe Helbing. 45 Bewerbungen hatte er bekommen. 35 Vorstellungsgespräche führte Helbing, um die Vier zu finden. Ausführlich habe der Nabu-Mann mit ihnen gesprochen und auch das Gebiet gezeigt, berichten die Neuen. Sie seien von der Haseldorfer Natur beeindruckt gewesen. Zudem war für sie die Nähe zu Hamburg ein Entscheidungsgrund. (tp) www.umweltjahr.de

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erstellt am 01.Aug.2013 | 21:14 Uhr

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