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Uetersener Nachrichten

15. Dezember 2017 | 08:10 Uhr

Kreis Pinneberg : Jugendhilfe: Fallzahlen steigen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Immer mehr Jungen und Mädchen im Kreis Pinneberg erhalten Hilfe vom Jugendamt. Einige werden in Kindergärten und Schulen gesondert gefördert. Andere leben in Heimen oder werden stationär in der Psychiatrie betreut. Viele Familien werden durch Sozialpädagogen unterstützt.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2012 | 20:44 Uhr

Brauchten vor einem Jahr noch knapp 1540 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 21 Jahre diese Hilfe, so sind es inzwischen fast zehn Prozent mehr – insgesamt 1690. Das geht aus dem Jugendhilfebericht für April 2012 des Kreises Pinneberg hervor. 26,3 Millionen Euro wollte der Kreis in diesem Jahr für diese Jungen und Mädchen ausgeben. Noch bewegen sich die Kosten zwar im Rahmen. Sie lagen Ende April sogar um 3,1 Prozent unter dem Plan. Doch das wird sich ändern, sobald die neuen Fälle in Rechnung gestellt werden. „Die Zahlen werden im Herbst zu Buche schlagen. Da werden wir überplanmäßige Ausgaben haben“, sagte Landrat Oliver Stolz während der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses. Er möchte für die Jugendhilfe nachträglich fast 1,8 Millionen Euro mehr in den Haushalt 2012 einstellen und 6,26 zusätzliche Stellen in den Fachdiensten Jugend und Bildung sowie Jugend/Soziale Dienste schaffen. Ohne zusätzliches Personal könne der Kreis seine Pflichten nach dem Gesetz zur Vermeidung von Kindeswohlgefährdung nicht mehr erfüllen, heißt es in der Beschlussvorlage zum zweiten Nachtragshaushalt.

Aus ähnlich dringenden Gründen will die Verwaltung weitere sechs Stellen in der Notrufzentrale der Rettungsdienste in Elmshorn, der Kooperativen Regionalleitstelle West, schaffen. „In der Leitstelle geht es um Leben und Tod“, heißt es in der Vorlage. Bei Fehlern müsste sich die Verwaltung vorwerfen, den gesetzlichen Anforderungen nicht nachgekommen zu sein.

Mehr Geld als geplant sollen auch die Kitas (2,4 Millionen Euro) sowie die Empfänger von Sozialhilfe und Grundsicherung (1,5 Millionen Euro) erhalten. Der Entwurf zum Nachtragshaushalt sieht vor, dass diese sogenannten Transferauszahlungen gegenüber den Ausgaben in 2011 um 16,7 Millionen Euro steigen.

Die Begründungen reichte vielen Mitgliedern des Finanzausschusses aber nicht. „Ich gebe mich nicht damit zufrieden, dass man sagt: Die Fallzahlen sind gestiegen“, so Burghard Schalhorn (KWGP). Britta von Appen (CDU) fragte nach Ideen zur Eindämmung der Fallzahlen. Klaus G. Bremer (FDP) plädierte für eine Vertagung, auch wenn die Beratungen dann mit den Konsolidierungsgesprächen zusammenfielen. Derweil bezweifelte Hans-Helmut Birke (SPD), dass die neue Regierung noch am Rettungsschirm festhält. Doch Schalhorn betonte: Der Kreis müsse unabhängig vom Land mit seinem Haushalt klarkommen.

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