Schwimmbad : Jürgen-Frenzel-Halle: Das neue Blockheizkraftwerk ist da

Das neue Blockheizkraftwerk besteht wie das alte aus einem großen 208 PS starken Motor (153 kW).
Das neue Blockheizkraftwerk besteht wie das alte aus einem großen 208 PS starken Motor (153 kW).

Das mehr als 100.000 Euro teure Gerät zur Stromerzeugung ersetzt das 19 Jahre alte BHKW in der Jürgen-Frenzel-Halle.

shz.de von
03. August 2018, 12:00 Uhr

Uetersen | 19 Jahre alt war das Blockheizkraftwerk (BHKW) in der Jürgen-Frenzel-Schwimmhalle. Jetzt wurde es ausgewechselt. Montiert worden ist erneut ein BHKW mit einer Leistung von 50 Kilowatt (kW). Beim Uetersener BHKW handelt es sich um einen umgebauten Dieselmotor, der nun zur Stromerzeugung mit Erdgas befeuert wird. Die Arbeiten konnten pünktlich abgeschlossen werden. Doch geöffnet werden kann die Schwimmhalle wie vorgesehen noch nicht, da technische Probleme bei der Wasser-Filteranlage behoben werden müssen.

Die Jürgen-Frenzel-Halle ist nach wie vor ein kommunal betriebenes Schwimmbad. Das alte BHKW hatte sein maximales Lebensalter von zehn Jahren längst überschritten. Aber vor neun Jahren schnurrte es noch, benötigte nur ab und zu technische Hilfe. Warum dann also auswechseln und mehr als 100 000 Euro investieren, fragte sich damals die Politik. 2011 konnte noch genug Strom ins Netz eingespeist werden, der Netzbetreiber musste diesen Strom vergüten.

Rahmenbedingungen änderten sich

Doch dann änderte sich die Energieeinspeiseverordnung. Ältere Anlagen wurden nun nicht mehr gefördert. Zudem stellten sich immer mehr Havarien beim BHKW ein. Die Wartungskosten erreichten schließlich alarmierende Höhen. Immer wieder hatte die Verwaltung die Politiker darüber informiert. Doch diese wollte vorerst abwarten, die Wirtschaftlichkeit sei weiterhin gegeben, auch bei sinkenden Wirkungsgraden.

Doch vor etwa einem Jahr reifte dann die Erkenntnis, dass man an einer Investition nicht vorbeikommen wird. Fortan wurde ein neues BHKW gesucht und ein geeignetes schließlich auch bestellt. Prompt ging genau während dieser Phase das BHKW kaputt. Der Kabelbaum brannte einfach ab. Seit Januar dieses Jahres lief das Blockheizkraftwerk nicht mehr, musste der Wärmeenergiebedarf alleine von den nachgeschalteten Brennwertkesseln erzeugt werden. Strom konnte zudem nun nicht mehr eingespeist, sondern musste teuer eingekauft werden.

Nur noch Schrottwert: Das BHKW, das 1999 montiert wurde.
Klaus Plath
Nur noch Schrottwert: Das BHKW, das 1999 montiert wurde.
 

Insofern ist es eine gute Nachricht, dass das alte Modul ausgetauscht worden ist. Mindestens zehn Jahre Ruhe erhofft man sich nun bei der Stadt. Und nun wird auch wieder munter Strom eingespeist und aufgrund der Gesetzeslage seitens des Netzbetreibers auch honoriert.

Das BHKW an diesem Standort macht sich bezahlt, weil die Abwärme der Stromerzeugung direkt am Ort der Entstehung genutzt wird. Insofern kann ein Gesamtwirkungsgrad von etwa 90 Prozent erzielt werden. Zwar erreichen moderne Brennwertkessel laut Herstellerangaben Wirkungsgrade bis zu 100 Prozent, diese aber können keinen elektrischen Strom erzeugen und insofern auch keine Einkünfte generieren.

Die hohen Anschaffungskosten für ein BHKW sollen sich aufgrund der langen Lebensdauer bezahlt machen. In Uetersen wird daher vorausgesetzt, dass sich der Motor unablässig dreht und die Turbine so 24 Stunden lang, Tag für Tag, Strom erzeugt. Ob sich der wirtschaftliche Nutzen am Ende für die Stadt rechnet, hängt insofern erheblich von der Zuverlässigkeit des BHKW ab. Mit dem alten Gerät hatte man in Uetersen sehr gute Erfahrungen gemacht.

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