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Uetersener Nachrichten

19. August 2017 | 07:54 Uhr

Schulpolitik : Jetzt wird die FES Chefsache

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wieder einmal ging es im Bildungsausschuss um das Thema „Dreizügigkeit ./. Zweizügigkeit“ an der Friedrich-Ebert-Schule (FES). SPD, CDU, Grüne und BfB waren am Donnerstagabend im Rathaus zusammengekommen, um sich allgemeinen und besonderen Bildungsfragen zu stellen. Mitnichten ging es dabei nur um die Grundschulen.

Die Ortspolitiker haben viel mehr auf dem Zettel als dieses Problem. Wohl aber nahm das Thema „Grundschulstandort“ wesentlichen Raum ein. Das lag an dem Schreiben des Schulrats, der sich dem Ratsbeschluss auf Aufkündigung der Dreizügigkeit an der FES nicht beugen wollte und angekündigt hatte, den Beschluss zu kippen, falls ihm der Schulträger nicht weitere Argumente dafür liefere. Und zwar bis zum 16. November.

Nach Vorliegen der aktuellen Zahlen (162 an beiden Uetersener Grundschulen, plus/minus weiterer horizontaler Bewegungen) hielten es CDU und SPD für geboten, ein gemeinsames Antragspapier einzubringen und dieses zur Abstimmung zu stellen. Darin verabschiedeten sich die beiden großen Parteien von dem Vorhaben, die FES zukünftig auf zwei Züge zu begrenzen. Nun soll sie dreizügig fortbestehen, so wie es Schulrat Dirk Janssen angeregt hatte. Bauen aber wollen SPD und CDU weiterhin nicht.

Heike Baumann (SPD) argumentierte, dass ihrer Fraktion Zahlen fehlten, Zahlen, die sich aus dem Schulentwicklungsplan ergeben würden, den der Kreis aber auch nach mehrmaligem Anmahnen nicht vorlege. Insofern beuge man sich jetzt dem vorliegenden Zahlenwerk, dem ein Bedarf von sieben ersten Klassen entnommen werden könne.

Bevor man einen Beschluss auf einen Erweiterungsbau für 400000 Euro fasse, den Uetersen, weil das Land keine Zuschüsse gewähre, selbst bezahlen müsse, solle versucht werden, den bisherigen Bestand zu integrieren. So könne die Aula im dritten Stock unter die Lupe genommen werden oder das benachbarte Jugendzentrum. Auch die Kleine Stadthalle könne mittags als Mensa dienen. Ariane Seidel-Labahn argumentierte für die CDU-Fraktion, dass es der politischen Verantwortung entspreche, nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Also solche Beschlüsse zu fassen, „die wir auch in fünf Jahren noch vertreten können. Es gibt genug Klassenräume an der FES, benötigt werden Gruppenräume und eine Mensa. Daher müssen wir Räume in der Umgebung suchen.“

Die Grünen und die BfB hielten dagegen und prophezeihten CDU und SPD, dass sie ihre Beschlüsse sowieso wieder einstampfen müssten, sobald auch die Zahlen der zu beschulenden Flüchtlingskinder vorlägen. Petra Jäger (BfB) sowie Jens und Bianca Ewald (Grüne) versuchten mit „Engelszungen“ auf die beiden großen Fraktionen einzureden und ihnen die Ausgabe von 400000 Euro schmackhaft zu machen.

Auch vor dem Hintergrund des drohenden Bürgerentscheids, der nun immer wahrscheinlicher wird. Elternvertreter erklärten zu Sitzungsbeginn, dass es der Initiative „Dreizügigkeit - gut für die Kinder“ gelungen sei, die benötigten Unterschriften zu sammeln. Man sei bereits bei 1500. Und könne sicherlich auch 4000 Unterschriften einholen. Warum wolle es die Stadt riskieren, jetzt auch noch 20000 bis 30000 Euro Kosten für einen Bürgerentscheid zu „produzieren“, wenn man am Ende wisse, dass die Bürger auch sicherlich ins Wahllokal gehen werden, um für die Erweiterung an der FES zu stimmen? Die Frage aus der Einwohnerfragestunde wurde wohl gehört, aber sie änderte nichts am weiteren Ablauf.

Dem Kern des CDU/SPD-Papiers „Sollte die FES weiterhin dreizügig bleiben, muss dies ohne Neubau auf dem Gelände der FES ermöglicht werden“, erfuhr die Zustimmung der beiden großen Fraktionen. Grüne und BfB stimmten dagegen. Ihr Antrag, genug Haushaltsmittel für einen Neubau in den Haushalt einzustellen, wurde abgewiesen. Grüne und BfB konnten sich in Teilen dem CDU/SPD-Papier anschließen. So stimmten auch sie für einen Fortbestand der Dreizügigkeit an der FES und unterstützten zudem den Absatz, mit dem beschlossen wurde, einen entsprechenden Antrag bei der Schulaufsichtsbehörde zu stellen.

Bürgermeisterin Andrea Hansen erklärte die Angelegenheit nach der Abstimmung zur Chefsache. Immerhin seien die Türen jetzt wieder offen. Unterstützung erhielt sie von Bürgervorsteher Adolf Bergmann, der die Sitzung leitete – aufgrund des Rücktritts von Franziska Hammer vom Vorsitz des Gremiums. Bergmann ist stellvertretender Ausschussvorsitzender.

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erstellt am 13.Nov.2015 | 17:55 Uhr

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