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Windpark Uetersen : Jetzt also doch: 200-Meter-Räder

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Am 31. Oktober ist Sitzung des Ausschusses für Bau-, Umwelt- und Verkehrswesen. Es handelt sich um das inhaltsschwerste aller vorberatenden städtischen Gremien. Insofern gibt es auch diesmal wieder vieles zu beraten und zu behandeln. Unter anderem einen Antrag der Betreiber des Windparks Uetersen. Beabsichtigt wird erneut, die Höhenbegrenzung aufzuheben, damit in Zukunft eine Bebauung von Anlagen bis zu einer Gesamthöhe von 200 Metern möglich ist. Vor einigen Monaten war ein solches Begehren im Vorfeld einer anstehenden Bauausschusssitzung nach Hinweis aus der Politik, die Betreiber möchten ihre Pläne doch bitte den umliegenden Gemeinden erläutern und dort die Akzeptanz erfragen, zurückgezogen worden.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2013 | 21:51 Uhr

Inzwischen haben diese Gespräche stattgefunden. Nach Auskunft von Groß Nordendes Bürgermeisterin Ute Ehmke doch mit offenem Ausgang. Ihr fehle immer noch eine zugesagte Planungsansicht. „Ich kann mir gut vorstellen, dass die Gemeinde bei ihrer Stellungnahme bleibt. Wir sind viel stärker betroffen als Uetersen selbst. Denn der Windpark liegt direkt vor unserer Haustür“, sagte die Bürgermeisterin gestern im UeNa-Gespräch. Das bedeutet: Nein zum Repowering.

Sollte sich jedoch eine politische Mehrheit für den zur Verabschiedung anstehenden Aufstellungsbeschluss entscheiden, bleibt auch Neuendeich, eine weitere Gemeinde mit Vorbehalten, nichts anderes übrig, als ihre Stellungnahmen als Träger öffentlicher Belange zu artikulieren. Verhindern können sie das Vorhaben im zulässigen Eignungsgebiet nicht. Diplomatisches Geschick von Uetersener Seite ist aber dennoch erforderlich. Denn das von Kiel vor mehr als zehn Jahren genehmigte Eignungsgebiet soll mittelfristig erweitert werden. Die Landesregierung hat diesbezüglich mitgeteilt, dass sie von einer Einvernehmlichkeit innerhalb der Region ausgeht. Stellen sich Groß Nordende und Neuendeich dann quer, ist es nicht unwahrscheinlich, dass ein Erweiterungsantrag negativ beschieden wird.

Daher könnte es von erheblichem Nutzen sein, schon für das Repowering die Zustimmung beider Randgemeinden zu erhalten. Ob das aber bis zur Sitzung gelingen wird, ist sehr fraglich. Was ist konkret geplant? Die Betreiberin des Windparks Uetersen, die Firma Strom aus Wind Betriebsgesellschaft mbH & Co. Windpark Uetersen KG, hat einen Antrag zur 47. Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Uetersen gestellt. Angestrebt wird eine Reduktion der Windenergieanlagen. Anstelle der jetzt sechs vorhandenen Räder mit einer Höhe von 100 Metern sollen zukünftig vier Anlagen mit einer Gesamthöhe von 200 Metern errichtet werden. Das „Repowering“ kann zur besseren wirtschaftlichen Nutzung der Fläche beitragen. Die Verwaltung empfiehlt Zustimmung. Neben dem Flächennutzungsplan muss auch der Bebauungsplan geändert werden. Mehrheitsgesellschafter ist die Greenpeace-Tochter Planet Energy. Die Stadtwerke Uetersen wollen sich mit bis zu 30 Prozent am Windpark beteiligen. Diesbezüglich soll es mit Planet Energy bereits Vorverträge geben. Doch die konkreten Schritte gehen Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Tietje zu schnell. Er würde gerne mehr Gespräche führen, um alle ins Boot zu holen. Eine so rasante Fahrt, wie jetzt geplant, sei nicht sinnvoll und auch nicht erforderlich, sagt er. Sitzungsbeginn am 31. Oktober ist um 19 Uhr.

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