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Uetersener Nachrichten

17. August 2017 | 08:32 Uhr

Jeder Siebente war zu schnell

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

geschwindigkeitZwei Kontrollen innerhalb eines Monats in der Pinneberger Straße in Tornesch / Wiederholung geplant

Bereits zum zweiten Mal hat die Ordnungsbehörde des Kreises Pinneberg an der Pinneberger Straße die Geschwindigkeit von Autofahrern gemessen. Die Quote der Überschreitungen ist mit knapp 14 beziehungsweise 15 Prozent sehr hoch. Durch unangemessenes Verhalten von Autofahrern waren Anwohner zuvor in teils lebensgefährliche Situationen geraten.

Den ersten Einsatz an der Pinneberger Straße in 2017 hatten die Messtechniker der Ordnungsbehörde am 19. Juni. Die Anzahl der Verstöße war so groß, dass der Einsatz kurz darauf, am 11. Juli, wiederholt wurde. Gemessen wurden sowohl die ortseinwärts als auch die ortsauswärts fahrenden Autos.

„Beim ersten Mal fuhren 215 von 1540 Fahrzeugen zu schnell“, berichtete der Messangestellte Bernd Bielenberg. Die Messung wurde nachmittags und abends innerhalb von fünf Stunden durchgeführt. „Ein Fahrer muss einen Monat lang den Führerschein abgeben“, so Bielenberg.

Die Quote der Geschwindigkeitsüberschreitungen lag bei fast 14 Prozent. „Das ist eine sehr hohe Quote“, berichtete der Mitarbeiter der Ordnungsbehörde. Dabei wird noch nicht einmal ab 51, sondern erst ab 59 Kilometern pro Stunde aufgezeichnet. Die Quote derer, die das zugelassene Tempo 50 innerhalb der geschlossenen Ortschaft überschritten, dürfte daher noch höher gelegen haben.


Zahlreiche Beschwerden von Anwohnern


Auf den Plan gerufen worden war das Team mit der mobilen Messanlage von Anwohnern, die sich wiederholt über die Raser beschwert hatten. Einen besonders krassen Fall schilderte Kai Schmidt, der hier mit seinem Gewerbebetrieb ansässig ist: „Ein Autofahrer startete ein Überholmanöver im Ort, ein entgegenkommendes Fahrzeug wich auf den Fußweg aus und hat dort beinahe meine Nachbarin überfahren“, erinnerte er sich. Anwohnerin Ria Kellermann befand sich auf dem Gehweg und jätete in ihrem Vorgarten Unkraut. „Plötzlich hörte ich Reifen quietschen und alles war voll Staub“, berichtete sie, das bremsende Auto sei haarscharf an ihr vorbeigerast. „Dabei fuhr der Wagen, der überholt wurde, gar nicht langsam“, so Kellermann.

Bielenberg bestätigt, dass sich Verstöße gegen die Verkehrsordnung häufen. „Es kristallisiert sich heraus, dass überall die Geschwindigkeit stark überschritten wird“, sagt er. Ziel von Bußgeldern, Strafpunkten und Fahrverboten ist es, die Geschwindigkeit auf den Straßen insgesamt zu drosseln. Daher versteckten die Mitarbeiter des Ordnungsamts ihren Van und ihre Helligkeitssensoren gleich ein zweites Mal innerhalb eines Monats hinter Büschen auf der ehemaligen L 107. Der installierte Helligkeitssensor zählte dabei jedes vorbeifahrende Auto, Videosequenzen auf dem Bildschirm zeigten sich den Messtechnikern jedoch nur bei Verstößen.

Die erzielten Messergebnisse waren denen vom ersten Mal ähnlich: Von 6.48 Uhr bis 10.30 Uhr waren von 1134 Fahrzeugen 170 mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs, das ergibt eine Quote von knapp 15 Prozent. Das Prekäre daran: Die Messung fand wochentags statt, und in diesem Zeitraum waren auch die Schulkinder entlang dieser Strecke unterwegs, zur Johannes-Schwennesen-Grundschule und zur Klaus-Groth-Schule. Für Bielenberg ist daher klar: „Wir kommen wieder, und zwar in unregelmäßigen Abständen.“


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