zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

17. November 2017 | 18:56 Uhr

Jazz und Schulgeschichten op Platt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

KulturNDR-Moderator Gerd Spiekermann und das Uetersener Apex Jazz Trio waren zu Gast im Museum Langes Tannen

Gerd Spiekermann „vertellte“ in der Museumsscheune Langes Tannen op Platt von seiner Schulzeit, die aktuelle Ausstellung zu Uetersener Schulen diente als Kulisse. Den Jazz-Part von „Dööntjes un Jazz“ übernahm das Apex Jazz Trio.

„Spiekermann auf der Schulbank, wer hätte das gedacht“, sagte der Kontrabass-Spieler Alfred Pelzer zu dem plattdeutschen Autor, der sich in ein antikes Schulmöbel gedrückt hatte. „Furchtbar“, schimpfte dieser, und erntete viel Gelächter: „Wenn ek dat al hör, ‚de gaude Schooltied‘, hör mi op met so eenem Dönekes.“

Die Exponate der laufenden Ausstellung bezog Spiekermann in seine Vorstellung mit ein. Mit Blick auf die ausgestellten Schultüten beschwerte er sich, seine Mutter habe seine fast bis oben hin mit Papier ausgestopft. Darüber seien dann Schreibwaren zu finden gewesen. Alle die erhofften Süßigkeiten: „In een halve Stunn heb ek aals upfreten.“ Und mit Blick auf die alten Schwarz-weiß-Fotos an der Wand mit stolzen ABC-Schützen darauf scherzte er, die würden alle so feine Gesichter machen, weil sie ihre Schultüten noch nicht aufgemacht hätten.

An seinem Schulmeister hat sich der heutige Geschichtenerzähler damals bös gerächt. Weil er im Unterricht gequatscht hatte, musste er in der Ecke stehen. Der Wirtssohn hat dem Lehrer, der mittags in die Wirtschaft zum Essen kam, zum Dank den Teller abgeleckt und in den gestovten Kohl gespuckt. Den rund 70 Zuhörern gefiel die humorvolle Darbietung, einige lachten Tränen.


Getränke und Brezeln für das Publikum


Das Apex Jazz Trio, das abwechselnd mit Spiekermann performte, startete mit „Whispering“, der deutsche Titel lautet „Lass mich dein Badewasser schlürfen“. Zum langsameren Song „We know what it means“ griff Saxophonist Helmar Marczinsky zur Klarinette. Es folgte „Oh won’t you come home, baby, I miss you all day long”, ein Lied über das Verlassenwerden. „Da ist jemand Zigaretten holen gegangen und nicht wiedergekommen. Das ist natürlich ein Drama, und so beginnt das Lied auch”, erzählte Sänger Horst Bergmeier und hob zu wilden Banjo-Klängen an. Das Publikum wippte auf den Stühlen kräftig mit und bedachte die verschiedenen Soli der Musiker mit Applaus. Veranstalterin Manuela Brocks, die die Gäste an der Weinbar mit Getränken und Brezeln versorgte, freute sich über den großen Zuspruch. Am 12. Juli begrüßt sie den Blues- und Boogie-Woogie-Interpreten Abi Wallenstein.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen