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Tauziehen : Ist neuer Schul- + Kita-Verband nötig?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Zwist zwischen den Nachbargemeinden Haseldorf und Haselau. Der Haseldorfer Bürgermeister Uwe Schölermann regt die Gründung eines Zweckverbands für die gemeinsame Grundschule und die Kindertagesstätte „Elb-Arche“ an. „Das wäre eine Alternative, um Entscheidungswege zu optimieren“, sagte er gestern im Gespräch mit den UeNa. Doch die Haselauer Gemeindevertreter weigerten sich während ihrer jüngsten Sitzung, einen dahingehenden Beschluss zu fassen. „Es soll so bleiben, wie es ist und wie es gut ist“, sagte der Haselauer Bürgermeister Rolf Herrmann.

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2015 | 21:15 Uhr

Bisher liegt die Trägerschaft der Grundschule bei dem Amt Haseldorf, das die Gemeinden Haselau, Haseldorf und Hetlingen umfasst. Trägerin des Kindergartens ist die Kirchengemeinde St. Gabriel Haseldorf/Hetlingen. Das Gebäude gehört den Kommunen Haselau und Haseldorf, die auch finanzielle Defizite tragen.

Uwe Schölermann sieht Nachteile in der bisherigen Organisationsform, etwa bei der Verwaltung des Kita-Gebäudes. „Bei allen Entscheidungen müssen immer beide Kommunen zustimmen. Das ist sehr aufwändig“, sagte er. Zudem möchte der Verein Betreuungsklasse Haselau/Haseldorf seine Geschäfte in die Hände eines neuen Trägers geben. Ein Zweckverband könnte diese Aufgabe übernehmen.

Nicht zuletzt wird ein Wechsel der Gemeinden Haselau, Haseldorf und Hetlingen zum Amt Moorrege diskutiert. Die Trägerschaft der Grundschule ginge Schölermann zufolge dann auf das Amt Moorrege über, es sei denn, dass eine Gemeinde beim Amt Haseldorf bliebe. Dann böte sich ein Zweckverband als neuer Träger an. „Wir gehen aber davon aus, dass wir bei einem Amt bleiben – bei welchem auch immer“, sagte er.

Der Haselauer SPD-Fraktionsvorsitzende Rudolf Zilles vermutet hinter Schölermanns Bestrebungen machtpolitisches Kalkül. „Das ist seiner Eitelkeit und seinem Geltungsbedürfnis geschuldet“, sagte er. Wenn die Haseldorfer CDU in dem Zweckverband eine Mehrheit bekäme, erwarte er keine gedeihliche Zusammenarbeit mehr. Die Gründung eines Zweckverbands halte er nur für sinnvoll, wenn das Amt mangelhaft gearbeitet hätte. Das sei aber nicht erkennbar. Den Verein der Betreuungsklasse wollen beide Gemeinden entlasten, berichtete Herrmann. Die Haselauer Gemeindevertreter beschlossen, das Amt Haseldorf zu fragen, unter welchen Bedingungen es auch dafür die Trägerschaft übernehmen kann. Die Gemeinde Haseldorf wolle vor einer Zustimmung zwar Zahlen sehen, Herrmann aber sieht die Kommunen unabhängig von den Kosten in der Verantwortung. Das Modell einer Offenen Ganztagsschule hält er dabei für weniger verlässlich als eine Betreuungsklasse.

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