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Uetersener Nachrichten

17. Dezember 2017 | 17:28 Uhr

Totholz : Ist der Deich wirklich sicher?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Mit Argusaugen beobachten manche Marschmer, was hinter dem Elbdeich passiert, denn der Erdwall ist die „Lebensversicherung“ der Menschen. Totholz ist eine Bedrohung, denn wenn es bei einer Sturmflut gegen den Deich gespült würde, könnten dort schwere Schäden entstehen, die schlimmstenfalls zum Bruch führen.

shz.de von
erstellt am 07.Mär.2013 | 19:54 Uhr

Im vergangenen Jahr hatte es allerdings Entwarnung für die Haseldorfer Marsch gegen. Auf Initiative des Haseldorfer Bürgermeisters Uwe Schölermann (CDU) waren Kommunalpolitiker, Deichexperten und Naturschützer zusammen gekommen. Nach einer Besichtigung durch die Mitglieder des Kuratoriums für das Naturschutzgebiet wurde im Herbst per Pressemitteilung verkündet: „Bäume im Vordeichsbereich sind keine Gefahr für die Deiche“.

Doch mit Sorge wird von Bürgern eine Entwicklung auf dem ehemaligen Kirchspiel Bishorst beobachtet. Mehr als 40 Bäume sind dort umgekippt. Dabei handelt es sich nicht nur um Weiden, sondern auch um Eichen. Ihr hartes Holz könnte schnell Schäden produzieren. Er sei von Bürgern auf die Gefahr aufmerksam gemacht worden“, erklärt der Haselauer Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU). „Ich sehe Handlungebedarf.“ Außergewöhnlich sei die Situation vor Bishorst, weil es anders als sonst in der Haseldorfer Marsch nur eine Deichlinie gebe. Die damalige Begehung des Kuratoriums hatte im Hetlinger Teil des Naturschutzgebietes stattgefunden.

Die umgefallenen Stämme liegen nicht nur zwischen dem Baumbestand. Das bietet eine gewisse Sicherheit, dass die Gehölze bei Sturmflut nicht weggeschwemmt werden. Sie liegen auch im äußeren Bereich des tideabhängigen Auwaldes. Ein Stamm sei schon bei Flut zwischen Bishorst und Pagensand im Elbwasser gesichtet worden erklärt das Gemeindeoberhaupt. Er werde sich an die zuständigen Stellen wenden.

Bishorst wird vom Naturschutzbund betreut. „Wir sind da ganz bei den Bürgern“, erklärt Hans Ewers, Kreissspecher des Nabu. Wenn von einem umgestürzten Stamm eine Gefahr für den Deich ausgehe, müsse er beseitigt werden. Ihm seien allerdings noch keine Klagen zu Ohren gekommen, so Ewers.

Für die Sicherheit des Deichs ist der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz zuständig. Baubetriebsleiter Siegfried Bornholdt verweist auf die Deichschauen im Frühjahr und Herbst sowie die Arbeit der Deichläufer. Ihm würde berichtet werden, wenn im deichnahen Bereich Totholz liege, dass das Bauwerk gefährde. Bekannt sei ihm aus dem Bereich Bishorst jedoch nichts, so Bornholdt.

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