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Defizitärer Haushalt : Ist das Tierheim bald pleite?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Im Zweifelsfall ist das Tierheim pleite“, musste die 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Elmshorn und Umgebung, Brigitte Maeder, auf der Hauptversammlung im Elmshorner Restaurant „Sibirien“ ihren Mitgliedern auf Nachfrage eingestehen.

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2015 | 19:03 Uhr

Nach einem eindrucksvollen Rechenschaftsbericht über die Arbeit im Tierheim, das immerhin für alle in Not geratenen Haustiere im Kreis Pinneberg zuständig ist, fiel die finanzielle Bilanz im Gegensatz zu der großartigen geleisteten Arbeit mit bedrohlichen roten Zahlen aus: Über 70000 Euro stehen im Soll, das Tierheim musste für die Versorgung der im Jahr 2014 1082 eingelieferten Hunde, Katzen und Kleintiere mehr ausgeben, als es durch Einnahmen verbuchen konnte.

So eine Differenz habe es in den vergangenen Jahren schon häufig gegeben, so Brigitte Maeder. Bis zur letzten großen Erbschaft im Jahr 2011 konnte das immer wieder dadurch gedeckt werden. Doch seitdem wird die Rechnerei mit den Ein- und Ausgaben kniffelig, große Summen füllen in den letzten Jahren nicht mehr das klaffende Loch im Tierheim-Portemonnaie. Die Gründe für immer höher ansteigende Kosten im Tierheim: Immer mehr Verstorbene hinterlassen Tiere, um die sich keiner kümmert, Menschen, die Tiere sammeln, nehmen zu, immer mehr Exoten, aber auch Nutztiere werden ausgesetzt, weil die Halter nicht mehr in der Lage sind, sie adäquat zu versorgen. Ein großes gesellschaftliches Problem.

Als einzigen Ausweg sehen die Tierschützer jetzt die Kündigung der Verträge mit den Ordnungsämtern des Kreises, denn die sind für die Einlieferung der Fundtiere und das Auffinden schlecht gehaltener Haustiere und den Tierschutz in allen Gemeinden zuständig. „Der Kreis selbst hat wenig Aktien darin“, so die zuständige Amtstierärztin Dr. Antje Lange (kl. Foto) vom Kreisveterinäramt. Die Ordnungsämter der Gemeinden müssten mit den Steuereinnahmen für den Umgang der Bürger mit ihren Haustieren gerade stehen. Sie sicherte aber, auch im Namen von Landrat Oliver Stolz, dem Tierheim wegen der geleisteten hochprofessionellen und effizienten Arbeit jede mögliche Unterstützung zu.

Neue Verträge mit den Ordnungsbehörden sind bereits angedacht, sie müssten dem großen Leistungsspektrum mit beispielsweise all seinen Fahrdiensten und Bereitstellung von Notunterkünften und tierärztlicher Versorgung rund um die Uhr, das das Tierheim allen Gemeinden anbietet, Rechnung tragen, so die 1.Vorsitzende.

So stehen das Tierheim und der Tierschutzverein in Schleswig mit einem Betrag von 50 Cent pro Einwohner in allen angeschlossenen Gemeinden als Beispiel im Raum. „Wir glauben, mit neuen Verträgen auf einem guten Weg zu sein“ meinte Brigitte Maeder, die die Großzügigkeit privater Spender für den Tierschutz im Kreis Pinneberg noch einmal deutlich hervorhob. „Wir arbeiten nicht zu teuer, aber genau dieses finanzielle Problem haben 90 Prozent aller Tierheime, und es ist eine Riesen-Aufgabe des Deutschen Tierschutzbundes mit Bürgern, Gemeinden und Politik ins Gespräch zu kommen und das zu lösen.“

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